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Viele Helfer sagten dem Müll den Kampf an

Datum: 19. März 2007

Der Müllberg, der sich am Samstagmittag im Hof des Kirchheimer Baubetriebsamts türmte, konnte es durchaus mit dem vom Vorjahr aufnehmen. Auch bei der dritten Markunsgputzete hatte sich das Durchkämmen von Wald und Flur gelohnt.

KIRCHHEIM -
"Ich war der Glasflaschencontainer", ruft ein Steppke des Kirchheimer Waldkindergartens an der Bushaltestelle des Waldfriedhofs. Stolz kruschteln die Dreikäsehochs in den blauen Müllsäcken, die sich am Straßenrand auftürmen. Triumphierend hält Lilly eine große rote Glaskugel in Händen und erzählt aufgeregt: "Das Kind von der Christbaumkugel hab' ich auch gefunden. Das hatte goldene Sterne drauf."

Mit Feuereifer waren am Samstag nicht nur Karl, Lilly, Max, Joey und Mila vom Waldkindergarten bei der Sache. Von acht Treffpunkten schwärmten Freiwillige von Vereinen, Schulen, Gemeinderäte und ehrenamtlich tätige Bürger aus, um Unrat aufzuklauben, den Zeitgenossen achtlos oder vorsätzlich in der Natur "entsorgt" hatten. Was unter Hecken, in Gräben, am Wegesrand und auf Parkplätzen angetroffen wurde, rief oft Kopfschütteln hervor: Massenweise verrostete Tonnen, Plastikkanister, Autoreifen samt verbeulten Felgen und das Torso eines uralten Mofas fanden sich im Unterholz. Um die unzähligen Zigarettenschachteln, Tempos, Kaugummipapierchen und anderen Kleinteile auflesen zu können, taten Greifzangen gute Dienste. Ein Kindergartenkind hatte sich zu diesem Zweck mit einer Grillzange ausgestattet.

Insbesondere in den Teilorten rückten wieder zahlreiche Helfer aus, um die Gemarkung von Müll zu befreien. Und das war teilweise bitter nötig: "Zwölf Fahrräder haben wir gefunden", wusste beispielsweise Ötlingens Ortsvorsteher Hermann Kik zu berichten. Regelrechte "Nester" beseitigten die insgesamt 145 Ötlinger Ehrenamtlichen unter anderem in Bahnhofsnähe, in Richtung Kruichling sowie in Richtung Wendlingen. Deutliche Spuren hatten Zechgelage in Form unzähliger leerer Flaschen hinterlassen, aber auch Verpackungen von Imbissketten wanderten zuhauf in die Müllsäcke.

Was mit Schleppern und Lieferwagen des Baubetriebsamts in die Boschstraße gekarrt wurde, war längst noch nicht alles, was im Rahmen der Markungsputzete in und um Kirchheim gesammelt wurde. Bereits eine Woche vor dem offiziellen Termin waren Mitglieder von Khuddam-ul-Ahmadiyya, der Jugendorganisation der Ahmadiyya Muslim Jamaat in Deutschland mit Müllsäcken losgezogen. "Wir sind jederzeit bereit, hilfsbedürftigen Menschen sowie der Stadtverwaltung bei Bedarf, so weit es uns möglich ist, zu helfen", schreiben die Muslime dazu in einer Pressemitteilung. Aus demselben Antrieb hat es sich die Gruppierung auch zur Aufgabe gemacht, an Neujahr in der Stadt Reste gezündeter Böller zu beseitigen.

Wie der Leiter des Baubetriebsamts, Christian Maiwald, sagte, haben eine Handvoll seiner Mitarbeiter in der vergangenen Woche im gesamten Stadtgebiet rund 30 Kubikmeter Müll eingesammelt. "Schwerpunkt war der Kruichling mit zehn Kubik", so Maiwald. Am Freitag waren zahlreiche Kindergärten und Schulen losgezogen, um ihre direkte Umgebung von Abfällen zu befreien. Ganz zu schweigen von wilden Ablagerungen, die das Jahr über eingesammelt werden: So finden sich gemäß Thomas Hilbig, Techniker beim Tiefbauamt, im Stadtgebiet jährlich rund 100 Autobatterien.

Auch wenn sich das warme Frühlingswetter zum Wochenende verabschiedete, fanden sich am Samstag spontan eine ganze Reihe von Bürgern ein. Eine Frau hatte sich bei Spaziergängen an der Hahnweidstraße an wildem Müll gestört. Was sie und einige andere Bewohner aus dem Nägelestal, dem Bereich Lange Morgen sowie von Milcher- und Galgenberg aus dem Gebüsch an den Straßenrand schleppten, hätte in besserem Zustand fast für die Einrichtung eines Schlafzimmers gereicht: Mehrere Schaumstoffmatratzen gammelten dort ebenso vor sich hin wie ein Bettgestell und völlig verrostete Sprungfedern. Nur wenige Meter weiter befreiten Jugendliche der Tauchgruppe Teck den Hahnweid-Parkplatz von gefüllten Windeln, Kleiderbügeln und Schnapsflaschen, den bangen Blick hin und wieder gen Himmel gerichtet: "Hoffentlich fängt es nicht an zu regnen", meinte Hannah. Die Schleusen hielten dicht. Im Übrigen konnten sich die klammen Hände im Anschluss an einem Becher heißen Tees wärmen.

Hinweis: Dieser Inhalt ist lediglich ein Verweis auf einen extern (nicht auf dieser Website) veröffentlichten Medienbericht. Die Ahmadiyya Muslim Jamaat Deutschland übernimmt in inhaltlichen Angelegenheiten zu diesem Artikel keine Verantwortung.

Quelle: Originalartikel lesen

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