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Neubau der Moschee in Leipzig rutscht auf die lange Bank

Datum: 07. März 2014

Gegner machen gegen "Lärmbelästigung" mobil / Parkplatzkonzept muss überarbeitet werden / Noch kein Baubeginn in diesem Sommer

Die Leipziger Ahmadiyya-Muslime müssen nun doch länger auf ihr neues Gebetshaus warten. Der hoch umstrittene Moscheebau in Leipzig Gohlis geht erst in einem Jahr los.

Die Moschee kommt später, aber sie kommt. Das erklärte der Vorsitzende der Ahmadiyya Muslim Jamaat (AMJ), Abdullah Uwe Wagishauser, in dieser Woche. Gegenüber der Leipziger Volkszeitung (LVZ) sprach er von einem Baustart Anfang 2015. Ursprünglich geplant war, dass bereits in diesem Sommer die Bagger im Stadtteil Gohlis anrücken. Daraus wird erstmal nichts, die Planungen müssen überarbeitet werden. Dies teilte der Vorsitzende der Gemeinde, Abdullah Uwe Wagishauser, der LVZ am Dienstag mit. Grund dafür seien Planungsänderungen für das Gebäude.

Knackpunkt ist der Lärmschutz. Der erfordert, dass die zweite Moschee Ostdeutschlands weiter weg muss von der Straße. Auch müsse das Parkplatzkonzept nochmals überdacht werden, so Wagishauser. Ausgerechnet die Sorge um Lärm und Parkplätze führen viele Gohliser ins Feld, die den Bau des muslimischen Gebetshauses in ihrer Nachbarschaft verhindern wollen. Dahinter steht indes der kaum verhohlene Kampf gegen eine vermeintlich drohende Islamisierung der Stadt. In diese Richtung zielen die meisten Kommentare von Unterstützern auf dem Facebook-Profil der Initiative "Gohlis sagt nein". Dort heißt es "Islamisierung. Nein danke". Knapp 10 000 Menschen unterschrieben eine Online-Petition gegen das Projekt – ebenso viele wie die Muslime, die in Leipzig leben.

Im September wurde bekannt, dass die Ahmadiyya-Gemeinde den Neubau einer Moschee im orientalischen Stil mit zwei zwölf Meter hohen Minaretten in Leipzig plant. Das Gebäude auf 170 Quadratmetern Grundfläche wird laut Bauplan zwei Stockwerke hoch. Kosten wird die Moschee für die 70 Gemeindemitglieder um die 500 000 Euro. Es sollen zwei Gebetsräume und zwei Minarette entstehen, letztere indes nur zur Zierde. Muezzin-Rufe seien nicht vorgesehen, erklärte Wagishauser, als er im Herbst das Projekt gemeinsam mit Leipzigs Bau-Dezernentin Dorothee Dubrau (parteilos) vorstellte.

Die Stadtverwaltung betont, dass es bislang rund um die bestehenden sieben Leipziger Moscheen keinerlei Nachbarschaftskonflikte gegeben habe. Auch die Leipziger, die mit dem Bau keine Probleme haben, baten per Online-Petition um Unterstützung. Zusammen kamen knapp 6000 Unterschriften.

Derweil haben sich die Moschee-Gegner längst zerstritten. Die Nähe der Initiative zur rechtsextremen NPD ist offensichtlich. Längst hat sich die CDU-Stadtratskandidatin Katrin Viola Hartung, die die Online-Petition anregte, distanziert – die Initiative ist ihr zu feindselig geworden. Die ehemaligen Mitstreiter indes bezeichnen Hartung als "Hochstaplerin".

Der Ton in der Moschee-Debatte war von Anfang an ruppig. Ex-Thomaspfarrer Christian Wolff, der sich für den Bau aussprach, wurde mit Hass-Mails befeuert. Die Menschen seien leider "vollgestopft mit Vorurteilen", erklärt Wolff dazu. Die CDU-Bundestagsabgeordnete Bettina Kudla führte "schwere Bedenken" ins Feld. Ein Gebetshaus dieser "stark missionarisch ausgerichteten Glaubensgemeinschaft" an einer Hauptverkehrsstraße, in Nähe einer Grundschule sei der Entwicklung Leipzigs "nicht dienlich", so Kudla.

Hinweis: Dieser Inhalt ist lediglich ein Verweis auf einen extern (nicht auf dieser Website) veröffentlichten Medienbericht. Die Ahmadiyya Muslim Jamaat Deutschland übernimmt in inhaltlichen Angelegenheiten zu diesem Artikel keine Verantwortung.

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