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Im Namen Allahs, des Gnädigen, des Barmherzigen
Muslime, die an den Verheißenen Messias und
Imam Mahdi, Hadhrat Mirza Ghulam Ahmad
Qadiani (as), glauben.

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Muslime, die an den Verheißenen Messias und Imam Mahdi,
Hadhrat Mirza Ghulam Ahmad Qadiani (as), glauben.
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Die Kriege im Leben des Heiligen Propheten (saw)

Jihad der Frühmuslime

Wir sehen, wie willkürlich und tendenziös die Übersetzung des Wortes Jihad mit »heiliger Krieg« ist. Das Wort bezieht sich in Wirklichkeit auf eine Tätigkeit, die den höchsten Einsatz und das größte Streben erfordert. Somit ist die äußerste Anstrengung für die Erreichung eines Ziels Jihad. Die größte Aufopferung der Zeit, des Vermögens oder des persönliches Ansehens für eine gute Sache ist Jihad. Die Verkündung einer Wahrheit dort, wo das eigene Leben in Gefahr ist, heißt Jehad. Das Sich-Widersetzen gegen einen Tyrannen, um die Unterdrückten von seinen Klauen zu befreien, ist Jihad.

Der Kampf gegen die eigenen Schwächen, gegen den Egoismus, gegen den sittlichen Zerfall der Gesellschaft, gegen die Unterhöhlung der höheren moralischen Werte, gegen die Unterdrückung und das Unrecht, gegen den Angriff auf die territoriale Integrität des Heimatlandes, gegen den Zwang zur Annahme eines anderen Glaubens und gegen die Verfolgung Unschuldiger - all das ist Jehad, soweit dieser Ausdruck in der arabischen Sprache es bedeutet Doch der Jehad in der islamischen Terminologie kann nur dann als solcher bezeichnet werden, wenn die bereits erwähnten Voraussetzungen erfüllt sind.

Was eine kriegerische Auseinandersetzung anbelangt so erlaubt der Islam keinen Angriffskrieg für Expansionszwecke. Den Begriff »Expansionszwecke« verstehen wir besser, wenn wir uns in die Verhältnisse des Frühislams versetzen, als solche Kriege an der Tagesordnung waren. Der Islam setzte dem Angriffskrieg ein Ende und gestattete nur den Krieg zum Zweck der Verteidigung, nachdem alle anderen Möglichkeiten zur Erhaltung des Friedens ausgeschöpft waren und dem muslimischen Staat der Krieg durch den Feind aufgezwungen wurde. Ein solcher Krieg ist gestattet, ja er wird zur Pflicht, um friedliche Verhältnisse wiederherzustellen. Ein Unterschied muß jedoch gemacht werden zwischen einem gerechten Verteidigungskrieg, um das eigene Territorium zu schützen, und dem religiösen Krieg, um die Glaubensfreiheit wiederherzustellen.

Wenn wir einen Blick auf die Kriege werfen, in die die Frühmuslime verwickelt worden waren, wird uns klar, daß die Muslime immer auf der Seite der Selbstverteidigung waren und nie zum Angriff übergingen. Lassen wir diese kurz Revue passieren. Es folgen sechs Fälle aus der Zeit in Medina nach der Hidjra des Prophetensaw.

Fall Nr. 1 (Badr)

Die Muslime waren aus ihrer Heimatstadt Mekka mit Gewalt vertrieben worden, nachdem sie 13 Jahre lang den schwersten Verfolgungen und Folterungen seites der Mekkaner ausgesetzt gewesen waren. Während dieser Zeit hatten sie keinem Menschen ein Haar gekrümmt. Nach ihrer Auswanderung waren sie in Medina angesiedelt, einer Stadt, die rund 380 km von Mekka entfernt lag. Die Reise von Mekka nach Medina war, gemessen an den Transportmöglichkeiten jener Zeit, mit größerer Härte und Mühsal verbunden, als eine Reise nach einem fernen Land in unserer Zeit. Es war wie eine Zuflucht in einem entfernten fremden Land. Der Prophet Muhammadsaw und die Muslime aus Mekka mit ihm waren alle echte Flüchtlinge, die in Medina Asyl gefunden hatten.

Aber kaum ein Jahr war verstrichen, da sandten die Mekkaner ein Heer nach Medina, um die Muslime auch in ihrer Wahlheimat anzugreifen. Dem mekkanischen Feind war das Leben der Muslime auch im Asyl ein Dorn im Auge, waren sie doch fest entschlossen, die Muslime und den Islam von der Erdoberfläche ganz verschwinden zu lassen. Die Armee der Mekkaner bestand mindestens aus 1.000 Mann; die alle gut bewaffnete, erfahrene Krieger waren. Um diesem feindlichen Heer zu begegnen, konnten die unbemittelten Flüchtlings-Muslime nur 313 Mann aufbieten. An Reittieren verfügten sie lediglich über zwei Pferde und einige Kamele. Die darauffolgende Schlacht endete in einer kläglichen Niederlage für die Mekkaner. Hier ist der Umstand zu beachten, daß die Muslime nicht von Medina nach Mekka ausgezogen waren, um die Mekkaner anzugreifen, sondern umgekehrt. Diese Schlacht ging in die Annalen der Geschichte unter dem Namen Badr-Schlacht ein.

Fall Nr. 2 (Uhud)

Die Mekkaner waren entschlossen, ihre schmähliche Niederlage zu Badr zu rächen. Ein Jahr später machten sie sich mit 3.000 gut ausgerüsteten Soldaten auf den Weg nach Medina. Der Gegensatz zwischen den sich gegenüberstehenden Streitkräften war diesmal noch größer als ein Jahr zuvor. Die mekkanische Armee trug 700 Rüstungen, und 200 Mann waren beritten. Die angegriffenen Muslims waren nur 700 an der Zahl, von denen bloß 100 Rüstungen trugen, während sie nur über zwei Pferde verfügten. Nach einem vorübergehenden Teilrückzug der muslimischen Armee endete auch diese Schlacht mit der Niederlage für den weit überlegenen Feind, im Verlaufe derer der Prophetsaw fast übermenschlichen Mut angesichts der größten Gefahr für seine Person an den Tag legte.

Auch hier ist zu bemerken, daß wiederum es die Mekkaner waren, die die Muslime in eine Lage versetzten, wo sie zur Selbstwehr gezwungen wurden. Diese Schlacht hieß, nach dem Ort des Geschehens genannt, Uhud-Schlacht. Kurz darauf brach in Mekka eine Hungersnot aus, und der Prophetsaw brachte einen Hilfsfonds auf, um seinem Feind in der Stunde der Not mit seiner humanitären Geste zu helfen, dem Feind, der schon zweimal gegen ihn und die Seinen zu Felde gezogen war.

Fall Nr. 3 (Grabenschlacht)

Im 5. Jahr der Hidschra versuchten die Mekkaner, in ganz Arabien eine Welle der allgemeinen Feindseligkeit gegen die Muslime zu erwecken. Verschiedene arabische Stämme vereinigten sich in einer Armee der »Bundesgenossen«, die 18.000 bis 20.000 Mann stark war. Sie rückte mit ihrer gesamten Stärke nach Medina vor, in der Zuversicht, daß es diesmal kein Entrinnen für die Muslime geben könne. Die gesamte Bevölkerung der Stadt Medina zählte damals etwa 3.000 Seelen, darunter auch anti-muslimische jüdische Stämme. Es konnten zwischen 1.200 und 1.250 Mann auf muslimischer Seite aufgeboten werden.

Die Muslime standen somit einem 15 mal stärkeren Feind gegenüber; ihre Notlage war klar und ihr Zustand erschien traurig. Durch seltsame und unerwartete Naturgeschehnisse wurde zu einem Zeitpunkt unter den feindlichen Streitkräften eine allgemeine Panik ausgelöst, und die Armee der »Bundesgenossen« zog vom Schlachtfeld unverrichteter Dinge ab. Die Geschichte kennt diese Schlacht unter dem Namen Grabenschlacht. Auch diesmal wurden die Muslime in ihrer Wahlheimat Medina angegriffen.

Fall Nr. 4 (Mutah)

Der vierte Fall ist ein Beweis für allemal, dass die Muslime niemals aus eigener Initiative zu Felde zogen, sondern immer dazu gezwungen wurden.

Christliche Stämme an der syrischen Grenze trafen Vorbereitungen für einen Angriff auf Medina. Sie waren durch die Stämme der Juden und die heidnischen Araber aufgehetzt worden. Nach langem Warten und Zögern, immer in der Hoffnung, daß die feindlichen Streitkräfte von der Grenze abgezogen würden, sandte der Prophetsaw ein 3.000 Mann starkes Heer nach der syrischen Grenze. Für diese Expedition gab er Weisungen in Bezug auf das Verhalten im Kriegsfall, Weisungen, die heute die Genfer Konventionen zieren.

Die Muslime sollten tapfer aber menschlich kämpfen. Sie dürften weder Priester noch Mönche noch sonst eine Person, die sich mit Gottesdienst oder Gebetsstätten befaßte, belästigen. Frauen, Kinder und alte Leute oder Behinderte sollten verschont bleiben. Kein Baum dürfte gefällt und kein Gebäude abgerissen werden.

An der syrischen Grenze angekommen, erfuhr das muslimische Heer, dass der Kaiser höchstpersönlich zu Felde gezogen war, und zwar mit 100.000 eigenen Soldaten und ebenso-vielen Soldaten der christlichen Stämme. Man kann sich leicht vorstellen, was das für 3.000 Mann bedeutete, 200.000 feindlichen Soldaten mit dem Kaiser an der Spitze gegenüberzustehen: Totale Vernichtung. Ein General nach dem anderen fiel in der muslimischen Armee, doch am Ende siegte die kleine, tapfere Schar der Muslime, und die byzantinische Armee sah sich durch ein Wunder gezwungen, das Feld zu räumen.

Dem Islam wird zum Vorwurf gemacht, er sei durch das Schwert verbreitet worden. Die Wahrheit ist, dass er trotz des Schwertes seiner Gegner und Feinde verbreitet wurde.

Fall Nr. 5 (Mekka)

Im 8. Jahr der Auswanderung nach Medina betrat der Prophetsaw wieder seine geliebte Heimatstadt Mekka, begleitet von 10.000 seiner Anhänger. Die Rede ist von dem Fall von Mekka. Diese mächtige Armee war jedoch nicht gekommen, um zu töten und zu plündern, sondern dem Feind zu vergeben und die historische Erklärung zu machen, daß der Prophetsaw alle Missetaten seiner Feinde vergesse und verzeihe und ihnen Gnade walten lassen wolle. Auch dies wäre eine glänzende Gelegenheit gewesen, von dem besiegten Feind die Annahme des Islams zu erzwingen, aber kein einziger Mensch wurde dazu direkt oder indirekt aufgefordert oder im Falle des Versäumnisses mit Repressalien bedroht.

Die durch den Prophetensaw gewährte Generalamnestie steht in der Geschichte beispiellos da. Vielen Mekkanern ging ein Licht auf und sie erblickten in der Person des durch sie solange verfolgten Prophetensaw den besten Wohltäter, den die Welt je hervorgebracht hat. Kein Wunder, daß zahlreiche ehemalige Gegner und Feinde des Islams, von der Wahrhaftigkeit des Islams überzeugt wurden. Sie bekundeten ihren Glauben an den Prophetensaw, und sie taten es ganz freiwillig und aus innerster Überzeugung.

Fall Nr. 6 (Hunain)

Innerhalb eines Monats nach dem berühmten Fall von Mekka mußten die Muslime erneut ins Feld ziehen, um einer Armee von 70.000 Mann bei der Ortschaft Hunain zu begegnen. Nach einer anfänglichen Verwirrung in den Reihen der muslimischen Armee endete auch diese Schlacht in einem völligen Sieg für die Muslime, was wiederum ihren Glauben an den göttlichen Beistand stärkte.

Dieser Abriss der kriegerischen Auseinandersetzungen während der Frühzeit des Islams spricht eine deutliche Sprache und widerlegt in allen Teilen den oft aus Unwissenheit oder Bosheit erhobenen Einwand, nach welchem der Islam eine kämpferische Religion sei, die ihren Anhängern zur Pflicht mache, im Namen der Religion Gewalt anzuwenden und Zwangsbekehrungen vorzunehmen - und das solle der Jehad im Islam heißen.

In diesem Zusammenhang sei ein Zitat aus den Schriften des Gründers der Ahmadiyya-Bewegung des Islams, Hadhrat Mirza Ghulam Ahmad von Qadianas, zitiert, der von zwei Phasen im Leben des Propheten Muhammadsaw, spricht. In seiner Schrift "Die Philosophie der Lehren des Islams" schreibt er:

"Um diesen Zweck zu erfüllen, teilte Gott der Allmächtige das Leben unsres edlen Prophetensaw in zwei Lebensperioden: Die Periode der Schwierigkeiten, Widerwärtigkeiten und Verfolgungen, und die Zeiten des Triumphes und Sieges. Dies geschah, damit die hohen moralischen Charakterzüge, welche bei Schwierigkeiten zutage treten, und die, welche sich nur bei Wohlstand und Herrschaft entfalten können - die aber den Machtlosen verborgen bleiben - der Welt gezeigt werden konnten. Auf diese Weise hatte der Heilige Prophetsaw beide Arten der moralischen Charakterzüge auf den Leuchter gestellt, und die zweifältigen Umstände seines Lebens ließen ihn all die edlen moralischen Züge in ihrem Glanze zeigen.

Die ersten 13 Jahre seiner Sendung in Mekka stellen die Periode der Schwierigkeiten und Leiden dar, und eine Betrachtung der Umstände seines Lebens in jenen Jahren machte klar, daß der Prophetsaw alle hohen moralischen Charakterzüge, die der Rechtschaffene in solchen Zeiten manifestieren soll, aufs Schönste dartat, so zum Beispiel sein Vertrauen in Gott, sein Sich-Fernhalten von der geringsten Ungeduld, sein edles und würdiges Benehmen, seinen unerschütterlichen Eifer um die Erfüllung seiner Mission, seine Furchtlosigkeit und seinen Mut.

Diese Standhaftigkeit machte selbst auf die Ungläubigen einen so tiefen Eindruck, daß sie ihm endlich ihren Glauben schenkten und Zeugnis darüber ablegten, daß solche Standhaftigkeit angesichts der schwersten Prüfungen und Leiden nur der an den Tag legen kann, der sein völliges Vertrauen in Gott setzt.

Dann folgte eine zweite Periode seines Lebens, die Periode des Triumphes, des Sieges und des Wohlstandes, in der er wiederum die höheren moralischen Werte entfaltete, wie Verzeihung von Missetaten, Wohltätigkeit und Mut, so daß allein die vollkommene Entfaltung dieser Charakterzüge eine große Zahl von Ungläubigen zum Glauben bewog. Er verzieh hochherzig denjenigen, die ihn verfolgt und gepeinigt hatten, gewährte denjenigen Schutz und Frieden, die ihn aus seiner Heimatstadt - Mekka - vertrieben hatten, beschenkte die Armen unter seinen Gegnern mit Reichtümern und verzieh den Erbittertsten seiner Feinde. Und dies in einem Augenblick, da ihr Leben gänzlich seiner Gnade ausgeliefert war." (Die Philosophie der Lehren des Islams, S. 169-170)


Wir schulden es unserem Sinn für Gerechtigkeit, unserer Liebe zur geschichtlichen Wahrheit und dem Wunsch nach Völkerverständigung, daß wir fortan der erdichteten Fabel keinen Glauben mehr schenken, der Islam sei für Gewalt und Zwang in Glaubenssachen und nicht für die Gewissens- und Glaubensfreiheit.

Keine noch so erschreckenden Ereignisse, die sich im Namen des Islams in gewissen "muslimischen" Länder abspielen, sollten unsere Überzeugung erschüttern, daß der Islam das Leben und das Gewissen eines Menschen zu etwas Unverletzlichem, etwas Unantastbarem und etwas Sakrosanktem erklärt hat. Der Islam ist zu beurteilen nach seiner Lehre und niemals nach dem unislamischen Verhalten einiger seiner Anhänger.

Wo landeten wir, wenn wir eine Religion immer nach den Taten oder den Untaten ihrer Anhänger beurteilen würden? Wo stünde heute die jüdische Religion, wenn man als Wertmaß das Verhalten des jüdischen Volkes zu gewissen Zeiten nehmen würde? Wo stünde heute das Christentum, wenn man die erhaben Lehre von Jesus Christus - Gottes Friede sei mit ihm - nach dem Verhalten der Christen in der Vergangenheit oder in der Gegenwart beurteilen würde?

Quelle: Sheikh Nasir Ahmad, Jehad im Islam, Verlag Der Islam, 1991, S. 31-39

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