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Im Namen Allahs, des Gnädigen, des Barmherzigen
Muslime, die an den Verheißenen Messias und
Imam Mahdi, Hadhrat Mirza Ghulam Ahmad
Qadiani (as), glauben.

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Muslime, die an den Verheißenen Messias und Imam Mahdi,
Hadhrat Mirza Ghulam Ahmad Qadiani (as), glauben.
Im Namen Allahs, des Gnädigen, des Barmherzigen

Wer war Prophet Muhammad (saw)?

Prophezeiungen über sein Erscheinen

Gott hatte Mosesas prophezeit, daß Er einen Propheten, der wie er sein würde, aus seinen Brüdern erwecken würde (5. Mose 18:18). Damit konnte nicht Jesusas gemeint sein, denn Jesusas war nicht wie Mosesas ein gesetzbringender Prophet, sondern gekommen, um die Thora (das Gesetz Moseas) zu erfüllen, nicht aufzulösen (Mt. 5:17). Und er ist wie Mosesas ein Nachkomme der israelitischen Linie und nicht einer aus der Linie seiner Brüder, die von Ismael abstammen.

 

Wer aber war dieser Prophet dann? Auch Jesusas hatte ja das Erscheinen eines nach ihm erscheinenden Gottesgesandten angekündigt, der „in die ganze Wahrheit leiten“ würde (Joh. 16:12-14), womit nicht der Heilige Geist gemeint sein kann, der ja schon vorher unter den Jüngern war, sondern ebenfalls ein Prophet sein mußte, eben derselbe, den bereits Mosesas verkündet hatte.

 

Mit dem Erscheinen des Heiligen Propheten Muhammadsaw wurden beide Prophezeiungen erfüllt. Muhammadsaw entstammt der ismaelitischen Linie und er brachte das vollkommene Gesetz von Gott – den Heiligen Koran.

 

Sein Leben vor dem Prophetentum

Bereits vor seiner Berufung zum Propheten war Muhammadsaw als ein aufrichtiger, wahrhaftiger Mann bekannt, so rechtschaffen und wahrhaftig, daß er von Freund und Feind nur „Amin“ (d.h. der Gerechte, der Wahrhaftige) genannt wurde.

 

Er führte ein untadeliges Leben und hielt sich von den Ausschweifungen fern, die unter den Arabern damals üblich waren. Mit 25 Jahren heiratete er Hadhrat Khadijara, die um seine Hand angehalten hatte.

 

Die Zeit der Berufung und weitere Offenbarungen

Als der Heilige Prophet Muhammadsaw, der sich des Öfteren zur Meditation und zum Gebet in die Einsamkeit zurückzog, eines Tages eine Vision empfing, in der ihm eine Gestalt erschien, die den ganzen Horizont einnahm, wurde er überwältigt vor Ehrfurcht. Diese Gestalt, die sich als Erzengel Gabriel kundtat, übermittelte ihm die ersten Verse des Heiligen Koran. Er wurde aufgefordert zu verkünden, daß es nur einen einzigen Gott gäbe, und daß Er (Gott) die Menschen auf ihren Weg zum Frieden und zur Glückseligkeit leitet.

 

Als der Heilige Prophet Muhammadsaw seiner Frau Hadhrat Khadijara von dieser Vision berichtete, glaubte sie ihm und bestärkte ihn darin, daß dies eine Mitteilung des allmächtigen Gottes sei, Der Sich mit dem Eigennamen Allah ihm offenbart hatte.

 

In der Folge wurden dem Heiligen Prophetensaw weitere Offenbarungen gewährt, in denen Allah verkündete, dass alle Menschen für ihre Taten Rechenschaft ablegen müssen, und dass das Ziel des Erdenlebens und sein Sinn darin bestehe, die Seele zu läutern, sich von Egoismus zu befreien und die Nähe und Liebe Allahs, ja schließlich sogar eine Vereinigung mit Ihm zu erlangen, so dass, der Mensch, der diesen beschwerlichen Pfad beschreitet, zu Glück und Erlösung von Übel und Leiden geführt wird und das Paradies betritt.

 

Die Zeit nach seiner Berufung und die zentrale Botschaft des Islam

Nur wenige der Menschen aus der Umgebung des Heiligen Prophetensaw in Mekka glaubten ihm, als er dies kundtat und zudem erklärte, dass Allah ihn zum Propheten auserwählt hatte, dem alle diejenigen folgen sollten, die Allah ehren und bereit wären, ihre weltlichen Interessen um Seinetwillen zu opfern, um dadurch wahres und immerwährendes Glück zu finden.

 

Vor allem Frauen und Sklaven indes verstanden, dass tatsächlich Allah Selbst den Heiligen Propheten Muhammadsaw als eine Sonne des geistigen Universums entsandt hatte. Unter den ersten Gläubigen waren Hadhrat Khadijara, die Ehefrau des Heiligen Prophetensaw und Hadhrat Abu Bakrra, der spätere erste Khalifa nach dem Tod des Heiligen Prophetensaw.

 

Sie nahmen unglaubliche Verfolgung und Unterdrückung seitens der Mekkaner auf sich, die nur um ihrer weltlichen Gelüste willen lebten. Die ersten Muslime bezeugten durch Wort und Tat die zentrale Botschaft des Islam: Es gibt nur Einen, Einzigen Gott, Der allein anbetungswürdig ist, Er allein hört die Gebete und beantwortet sie, Er allein gibt Führung und ist der Herr der Himmel und der Erde, Er ist das himmlische Licht, mit dem die Suchenden erleuchtet werden können, und Er allein ist der wahre Freund des Menschen.

 

Der Heilige Prophet Muhammadsaw indes ist der von Ihm Auserwählte, dem die vollkommene Botschaft Gottes an die Menschen, der Heilige Koran (deutsch: das oft gelesene heilige Buch) offenbart wurde, dem nachzufolgen Frieden und Seligkeit in dieser wie der nächsten Welt bedeutet.

 

Jahre der Verfolgung

13 Jahre lang wurden der Heilige Prophetsaw und die mit ihm Glaubenden grausam verfolgt, Morde wurden verübt und dem Heiligen Prophetensaw wurde nach dem Leben getrachtet, da er nicht aufhörte, die Einheit Gottes zu verkünden und die Falschheit und Lüge des Glaubens an Götzen, seien sie aus Stein oder immateriell wie der Götze Reichtum, darzulegen.

 

Auswanderung nach Medina

Als die Lage äußerst gefährlich wurde und die Mekkaner beschlossen, den Heiligen Prophetensaw zu töten, erlaubte Gott ihm und den Muslimen, auszuwandern. Sie fanden Zuflucht in einer Stadt namens Yathrib, die heute Medina heißt. Aber die Mekkaner waren fest entschlossen, den Islam auszurotten. Sie forderten die Bewohner von Yathrib auf, die Unterstützung für den Heiligen Prophetensaw zu beenden. Anderenfalls würden sie die Stadt angreifen, die Männer töten und die Frauen und Kinder der Stadt versklaven.

 

Kurz darauf marschierten sie mit einem Heer von 1.000 kampferprobten Männern in Richtung Medina. Das Leben aller Bürger von Medina stand auf dem Spiel. Daraufhin gestattete Gott dem Heiligen Prophetensaw, sich zu verteidigen.

 

In einer Anzahl von Gefechten erlangten die Muslime, obwohl sie in der Minderzahl und unzulänglich ausgerüstet waren, schließlich den Erfolg über die tyrannischen Feinde.

 

Rückkehr nach Mekka

Die Mekkaner ergaben sich den nach Mekka vorrückenden Muslimen kampflos, fürchteten indes nun, für all die Grausamkeiten, die sie an den Muslimen begangen hatten, dem Strafgericht durch den Heiligen Prophetensaw unterworfen zu werden.

 

Aber der Heilige Prophet Muhammadsaw erließ eine Amnestie und begnadigte seine Peiniger. Zu denen, die ihn fast zwei Jahrzehnte lang brutal verfolgt hatten, sagte der Heilige Prophetsaw nur: „Heute trifft euch kein Tadel“.

 

Die Folgezeit

In der Folge nahm Arabien den Islam an, was nun aber wiederum die umliegenden Staaten in Aufregung versetzte. Die Herrscher Roms und Persiens hatten Angst, daß die befreiende Lehre des Heiligen Koran, die den Frauen Rechte gab, wie man sie zuvor niemals kannte, und die den Sklaven Freiheit versprach, die Mündigkeit predigte und den Erwerb von Wissen zu einer Pflicht für Mann und Frau machte – daß also diese Lehre auch auf die von ihnen unterdrückten Massen übergreifen könnte.

 

Sie zogen folglich mit riesigen Heeren gegen die Muslime, erlitten indes Niederlagen, so daß sich der Islam in Windeseile in viele Richtungen, bis hin nach Indien und Europa, ausbreitete.

 

Das Vorbild des Heiligen Prophetensaw

Der Heilige Prophet Muhammadsaw war von Allah zum Vorbild für alle Menschen auserkoren.

 

Er war immer geduldig, stets demütig, bis zum Äußersten wahrheitsliebend und gerecht, sowie stets freundlich zu Kindern, Älteren, Nachbarn und Andersgläubigen. Darüberhinaus war er in Krisenzeiten äußerst tapfer und ausdauernd. Sein Leben zeugt beispielhaft in allen Bereichen von Größe und Charakter, seien es die Bereiche der Ehe und der Vaterschaft, der Entbehrung und des Reichtums, oder auch des Leidens und des Erfolges.

 

Die Wege dazu, die der Heilige Koran weist, umfassen all jene Gottesdienste, die den Menschen zu einem sinnvollen Dasein führen – das tatsächliche Bekennen und verwirklichende Bezeugen der absoluten, unteilbaren Einheit Gottes, das Gebet zu Ihm als Quelle des Trostes, der Hilfe und des Erlangens aller edlen Ziele, das Fasten als aufrüttelndes Erspüren des Mitleids und der Segnungen des Opferns, das Spenden als Mittel der Reinigung von weltlicher Anhaftung, die Pilgerfahrt zum zentralen, ersten Gotteshaus der Menschheit, der Kaaba in Mekka, als Symbol für die Reise der Seelen zur Selbstüberwindung und dem Aufgehen in Gott.

 

*Hinweis: Nach der Nennung des Namens des Heiligen Propheten Muhammadsaw ist es im Islam üblich, für ihn das Gebet „Frieden und Segnungen Allahs seinen auf ihm“ zu beten, im Text dargestellt durch das hochgestellte Zeichen „saw“ (arabisch = ßallala-ho aläihi wa’assalam ). Für andere Propheten oder heilige Persönlichkeiten steht „as“ (arabisch = aläihi ßala’am ) bzw. „ra“ (arabisch = rasiallah anha-ho ); die Gebete dafür lauten „Friede sei auf ihm“ respektive „möge Allah an ihr/ihm Gefallen haben“.

Wie alt war Hadhrat Aisha(ra) als der Heilige Prophet(saw) die Ehe mit ihr vollzog?

Es wird oft kritisiert, dass der Heilige Prophet Muhammadsaw seine Frau, Hadhrat Aishara, im Alter von sechs Jahren geheiratet haben und sie im Alter von neun oder elf Jahren in sein Haus geführt haben soll. Diese Kritik geht dabei immer mit einer angeblich sexuell orientierten Motivation für diese Heirat einher.

 

Zuerst einmal ist es grundsätzlich nicht ungewöhnlich, dass Hadhrat Aishara so jung heiratete, berücksichtigt man die kulturellen Unterschiede vor 14 Jahrhunderten in allen Teilen der Welt, in der sehr früh geheiratet wurde und das durchschnittliche Sterbealter viel niedriger war. Beispielsweise lag sogar einige Jahrhunderte nach dem Erscheinen des Islams das durchschnittliche Sterbealter im mittelalterlichen Europa bei etwa 30 Jahren. Noch im 18. Jahrhundert waren Ehen von 14jährigen Bauertöchtern in Sachsen keine Seltenheit. Wir dürfen also unsere heutigen Maßstäbe nicht für vergangene Epochen anwenden.

 

Außerdem gibt es verschiedene Ahadith über das Heiratsalter von Hadhrat Aishara, in einigen Überlieferungen wird ihr Alter bei der Heirat auch auf 14 Jahre geschätzt. Fest steht, dass er erst nach Eintreten ihrer Pubertät die Ehe mir ihr vollzog.

 

Weiterhin ist es eine wohl bekannte Tatsache, dass der Heilige Prophetsaw 25 Jahre lang in Monogamie mit Hadhrat Khadidjara verheiratet war. Er hatte sie, die 15 Jahre älter war als er, im Alter von 25 Jahren geheiratet. Weder vor, noch während oder nach dieser Ehe hat er sich erwiesenermaßen irgendwelchen sexuellen Ausschweifungen hingegeben, obwohl dies zum Alltag der Araber seiner Zeit zählte. Sexuelle Reinheit war sein Gebot, schon bevor ihm der Heilige Koran offenbart wurde.

 

Welch ein Unsinn also, einem Mann, dessen Leben dem Gebet und Gottesdienst geweiht war, der seine körperlichen Bedürfnisse in jeder Hinsicht auf ein Mindestmaß beschränkte und durch vollkommene Überwindung seines Egos sich vor allen anderen Menschen auszeichnete, zuzuschreiben, dass er seine Gedanken und Kräfte für sexuelle Eskapaden verschwendet haben sollte.

 

Dass der Heilige Prophet nicht „aus eigener Begierde sprach“ (53:4), schließt mit ein, dass er auch nicht aus eigener Begierde handelte oder dachte. Sein ganzes Leben also steht als Beweis gegen die Behauptung, er habe Hadhrat Aishara aus sexuellem Interesse heraus geheiratet.

 

Vielmehr war Hadhrat Aishara von Allah dazu bestimmt, die berühmteste Theologin nicht nur ihrer Zeit zu werden. Hätte sie den Heiligen Prophetensaw nicht in jungen Jahren kennen und lieben gelernt, wäre ihre Wahrnehmung durch allerlei äußere Einflüsse getrübt gewesen. So aber finden sich zahlreiche Überlieferungen, die ihre große Liebe zum Heiligen Prophetensaw sehr deutlich werden lassen. Sie verkörperte das Ideal einer Frau, die sich ihrer Verantwortung gegenüber Gott bewusst war und sich für die Sache des Islams hingebungsvoll einsetzte. Somit wurde sie ein Vorbild für Millionen von Musliminnen in allen Teilen der Welt.

Was bedeutet Siegel der Propheten?

Der arabische Ausdruck Khâtam un-Nabîyyin (33:41) wird wörtlich mit „Siegel der Propheten“ übersetzt, was soviel bedeutet wie „bester“ oder „größter“ Prophet (siehe die entsprechenden arabischen Lexika). Manche fundamentalistische Muslime übersetzen nun Khâtam un-Nabîyyin indes mit „letzter Prophet“ und verneinen damit, dass es nach Muhammadsaw noch weitere Propheten geben könnte. Dies ist insoweit widersprüchlich, als sie andererseits sehr wohl daran glauben, dass Jesusas ein Prophet war und dies auch bei seiner Wiederkehr als Messias selbstverständlich immer noch sein wird.

 

Auch weisen viele Ahadith darauf hin, dass es sehr wohl nach Muhammadsaw noch Propheten geben wird. Außerdem ist zu beachten, dass nach Muhammadsaw kein bedeutsamerer Prophet auftreten wird und auch kein Prophet, der ein neues Gesetz bringen wird.

 

Die Bedeutung in der arabischen Sprache

Es ist eine anerkannte und feststehende Regel der arabischen Sprache, dass in Fällen, in denen das Wort Khâtam als Lob für eine Person angewandt wird, es mit Bester, Höchster, Hervorragendster, etc. übersetzt wird. Die islamische Literatur ist voll solcher Beispiele, und es gibt kaum eine Aussage, die dagegen sprechen könnte.

 

Hier einige Beispiele: Khâtam ul-Shu'ra (Khâtam der Dichter), Khâtam ul-Mufassarin (Khâtam der Kommentatoren) usw. In keiner dieser Bezeichnungen bedeutet Khatam der Letzte, der geboren wurde, oder der Letzte, der auf dieser Welt erschienen ist. Das ist es, was der Heilige Prophetsaw sowie große Gelehrte des Islam unter dieser Bezeichnung verstanden: 

  1. Hadhrat Ali war Khâtam ul Aulia (einer der Besten der Heiligen) (Muqaddama, Bd. II, S. 165-167)
  2. Hadhrat Ali war auch Khâtam ul Auwsia (einer der Besten unter den Lehrern guter Dinge) (Minar-ul Huda, S. 106)
  3. Hadhrat Shah Abdul Aziz war Khâtam ul Muhaddaseen Wal Mufasireen (einer der besten Sammler von Ahadith und Interpretationen des Heiligen Korans) (Hadyatis Shia, S.7)
  4. Hazrat Imam Shafai war Khâtam ul Aulia (Tuhfatus Sunnia, S. 45)

 

Die Übersetzung als Siegel spricht nicht gegen die Möglichkeit weiterer Propheten, denn es ist sicherlich wohl bekannt, dass der Zweck eines Siegels nicht darin besteht, ein Dokument zu verschließen, sondern es als korrekt zu bestätigen. Das ist der Grund, warum ein Siegel oft am Anfang eines Dokuments angebracht ist und in anderen Fällen an seinem Ende. Sein Zweck ist es, die Echtheit und Richtigkeit der Inhalte des Dokuments zu bestätigen und in dieser Hinsicht hat der Heilige Prophet Muhammadsaw auch die höchste Aufgabe aller Propheten gehabt.

 

Somit bedeutet das Siegel der Propheten, dass der Heilige Prophet Muhammadsaw, alle anderen Propheten wie Jesusas oder Mosesas bestätigte, die ihn angekündigt hatten. Keinesfalls kann dieser Ausdruck bedeuten, dass der Heilige Prophetsaw der letzte aller Propheten war und dass kein Prophet nach ihm erscheinen könne.

 

Es sollte jedoch auch zur Kenntnis genommen werden, dass in solchen Fällen, in denen das Wort Khâtam nicht zum Lob einer Person angewandt werden kann, dann sprachlich im Sinne von Letzter verwendet wird. Beispielsweise bedeutet Khâtam ul-Aulad, der zuletzt geborene Sohn, denn geboren zu werden ist keine Begabung, und der Ausdruck wird nicht zum Lob verwendet, sondern dient lediglich dazu, die Tatsache zu bezeichnen, dass es sich hier um den jüngsten Sohn handelt. Die Missachtung dieses Punktes ist ein Fehler, der selbst vielen Gelehrten unter den Muslimen unterläuft.

 

Heilige des Islam zum „Siegel des Propheten“

Viele Heilige des Islam, die in der islamischen Welt nach wie vor in Ehren gehalten werden, haben diese Bezeichnung in diesem Sinne verstanden. Einige von ihnen waren:

  1. Hadhrat Imam Fakharuddin Razi (gest. 606 AH) (u.a. Fakhr ad-Din ar-Razi, Tafsirul Kabir, Bd.6, S.31)
  2. Hadhrat Shaikhul Akbar Muhyud Din Ibn Arabi (gest. 638 AH) (u.a. Al Fatuhat ul Makiyya, Bd.I, S.569; Bd.II, S.3,64,417)
  3. Hadhrat Imam Muhammad Tahir Gujrati (gest. 914 AH) (u.a. Takmala Majmaul Bihar, S.85)
  4. Hadhrat Maulana Jalalud Din Rumi (gest. 672 AH) (u.a. Miftah ul-Ulum, Bd.15, S.56-57; Bd.13, S.98,152; Mathnavi, Kap. 6)

Hadhrat Ibn Arabi sagte beispielsweise:

 

„Das Prophetentum, das mit dem Heiligen Propheten endete, ist das gesetzgebende, und nicht die eigentliche Einrichtung. Und mit seinem Ausspruch „Siegel der Propheten“ meinte er, keiner kann kommen, der gegen sein Gesetz ist; sondern jeder Prophet der nach ihm erscheint, würde seinem Gesetz unterstehen.“ (Fackel der Wahrheit – Nützliche Verweise zu authentischen Büchern des Islams, Verlag Der Islam, Frankfurt/M. 2003, S. 208) (Al Fatuhat ul Makiyya, Bd. 2 S. 3)

 

Hadhrat Imam Muhammad Tahir führte aus:

 

„Die Aussage von Hadhrat Aishara, dass Muslime den Heiligen Prophetensaw Khatam-un-Nabiyyin nennen sollten, aber nicht sagen sollten, dass es keinen Propheten nach ihm geben würde, beinhaltet eine Verweisung auf die Ankunft des Verheißenen Messias.“ (Rafiq, B. A.: Die Wahrheit über Ahmadiyyat, Verlag Der Islam, Frankfurt/M. 1992, S. 55.) (Takmala Majmaul Bihar, S. 85)

 

Untergeordnete Propheten

Darüber hinaus geht jeder Muslim interessanterweise ohnehin davon aus, dass der Heilige Prophet Muhammadsaw der höchste aller Propheten war. Es wird klar, dass die Bezeichnung Khâtam un-Nabîyyin, so wie sie als Lob des Heiligen Prophetensaw angewandt wird, nur bedeuten kann, dass er der beste und hervorragende Prophet ist, der den höchsten Rang des Prophetentums erlangt hat.

 

Kein größerer Prophet kann nach ihm erscheinen; indes ist jedoch beispielsweise sehr wohl das Auftreten eines prophetischen Messias, eines Nachfolgenden, eines Untergebenen des Heiligen Prophetensaw möglich. Das seht in keiner Weise im Widerspruch zu dem Titel des Khâtam un-Nabîyyin.

Was sagt der Heilige Prophet(saw) und der Heilige Koran zum Siegel der Propheten?

Der Heilige Prophetsaw

Der Heilige Prophetsaw sagte beispielsweise:

 

„Ich war Khâtam un-Nabîyyin, bevor Adam geboren wurde.“ (Hadith: Ahmad Ibn Hanbal, Band IV, S. 127)

 

Das bedeutet, dass der Heilige Prophetsaw schon zur Zeit Adams das Siegel der Propheten war, nämlich von Gott vorgesehen, der Beste und Höchste aller Propheten zu sein.

 

Der Heilige Prophetsaw sagte auch:

 

„Wenn Ibrahim gelebt hätte, wäre er ein Prophet gewesen.“ (Hadith: Ibn Majah, Band I, S. 474)

 

Hier ist von dem verstorbenen Sohn des Heiligen Prophetensaw die Rede. Er wäre nach Aussage des Heiligen Prophetensaw ein Prophet gewesen, wenn er denn lange genug gelebt hätte. Damit hat er selbst festgelegt, wie der Begriff Khâtam un-Nabîyyin zu verstehen ist, und dass es nach seinem Dahinscheiden sehr wohl weitere Propheten geben kann.

 

„Wahrhaftig, ich bin der letzte (beste) Prophet und diese meine Moschee ist die letzte (beste) der Moscheen.“ (Hadith: Muslim, The Book of Pilgrimage (Kitab Al-Hajj), Chapter 90, Book 007, Nr. 3211)

 

Der Heilige Prophetsaw hat damit wohl kaum gemeint, dass nach der Moschee in Mekka keine weitere mehr gebaut würde. Selbstverständlich wurden überall auf der Welt weitere Moscheen errichtet. Vielmehr muss man Khâtam hier mit „beste“ übersetzen, damit die Aussage überhaupt einen Sinn hat.

 

Der Heilige Prophetsaw sagte darüber hinaus auch folgendes:

 

„Das Prophetentum wird unter euch weilen, solange Allah es will. Dann wird Allah es hinweg nehmen. Dann wird ein Khalifentum folgen, und zwar auf der Grundlage des Prophetentums, das so lange andauern wird, wie Allah es will. Dann wird Allah es hinweg nehmen. Ihm wird ein Königtum der Unterdrückung folgen, das so lange andauern wird, wie Allah es will. Dann wird Allah es hinweg nehmen. Danach wird es (wieder) ein Khalifentum geben auf der Grundlage des Prophetentums. Danach schwieg der Prophet.” (Hadith: Ahmad Ibn Hanbal, Band 4, S. 273, Nr. 17680, Tirmizi Babul Ilm)

 

Auch die Wahrheit dieser Prophezeiung ist von der Geschichte bezeugt worden. Nach den vier rechtgeleiteten Khalifen des Heiligen Prophetensaw gab es über Jahrhunderte hinweg ein Königtum durch Sultane, die sich ungerechterweise selbst den Titel Khalif gaben.

 

Erst durch das Prophetentum des Verheißenen Messiasas wurde das rechtgeleitete Khalifat in seiner ursprünglichen Form wiederhergestellt.

 

Der Heilige Koran

Dies steht im Einklang mit dem folgenden Vers des Heiligen Korans, aus dem hervorgeht, dass ein Muslim durch Treue und bedingungslose Nachfolge des Heiligen Prophetensaw und entsprechenden Gehorsam, den Rang eines Propheten erlangen kann:

 

„Wer Allah und dem Gesandten gehorcht, soll unter denen sein, denen Allah Seine Huld gewährt hat, nämlich unter den Propheten, den Wahrhaftigen, den Blutzeugen und den Gerechten; und das sind die besten Gefährten.“ (4:70)

 

Dieser Vers erklärt klar, dass jeder, der Allah und dem Heiligen Prophetensaw gehorcht, eine dieser vier spirituellen Positionen erlangen und zu den Propheten, den Wahrhaftigen, den Märtyrern oder den Aufrichtigen gezählt werden kann. Also kann ein vollkommen ergebener Muslim die Position eines Propheten erlangen.

 

Der Verheißene Messiasas

Die Ahmadiyya Muslim Gemeinde ist der Ansicht, dass nach dem Propheten Muhammadsaw durchaus Propheten erscheinen können. Allerdings können diese Propheten nur die ursprüngliche und für alle Zeiten und Gesellschaften festgelegte Lehre des Heiligen Koran durch Interpretation wiederbeleben, ohne auch nur das Geringste an den Worten des Heiligen Korans zu verändern.

 

In diesem Sinne verkündete der Gründer der Ahmadiyya Muslim Jamaat, Hadhrat Mirza Ghulam Ahmadas, von Gott als Prophet bezeichnet worden zu sein. Er war sich durchaus bewusst, dass ihm durch diese Verkündigung große Schwierigkeiten entstehen würden, doch sah er es als seine Pflicht, diese Offenbarung nicht zu verheimlichen.

 

Seine Aufgabe, so verkündete er, sei es, den Islam im Sinne seines spirituellen Lehrers, den Heiligen Propheten Muhammadsaw, wiederzubeleben: Als eine lebendige, tolerante, flexible und friedliche Lehre, die im Einklang mit dem menschlichen Gewissen und Verstand ebenso wie mit den Naturgesetzen steht und sich nicht widerspricht. Er nahm also aufgrund göttlicher Offenbarung in Anspruch, der vom Heiligen Propheten Prophetensaw in zahlreichen Überlieferungen verkündete Messias und Mahdi zu sein.

Aktuelle Literatur

Hadhrat Mirza Masroor Ahmad (aba)
Verschiedene Autoren
Hadhrat Mirza Masroor Ahmad (aba)
Hadayatullah Hübsch
Verschiedene Autoren
Hadhrat Mirza Ghulam Ahmad (as)
Verschiedene Autoren
Hadayatullah Hübsch
Sheikh Abdul Qadir Sudagarh
Mushtaq Ahmad Bajwa
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