Nein. Hätten Muslime eine Strategie der Verbreitung des Islam mit dem Schwert angenommen, dann hätten sie gegen folgendes grundlegendes Prinzip des Heiligen Qur’an verstoßen:

Es soll kein Zwang sein im Glauben. Sicherlich ist der richtige Weg nun klar erkennbar geworden gegenüber dem Irrtum… (Kapitel 2, Vers 257)

Sie hätten auch gegen das Beispiel des Gründers des Islam, des Heiligen Propheten(sa), verstoßen, der in jeder Situation stets die friedlichste und gerechteste Strategie wählte. Sein Beispiel von Frieden und Vergebung ist unübertroffen. Ein herausragendes Beispiel für sein friedliches Leben ist, als die Muslime unter der Führung des Heiligen Propheten(sa) mit einer zehntausend Mann starken Armee in Mekka einzogen. Zu diesem historischen Anlass, als sie in einer Position der Stärke waren, zwangen sie keinem Menschen den Islam auf und bestraften niemanden dafür, dass er kein Muslim wurde, obwohl es für sie sehr einfach gewesen wäre. Stattdessen ließ der Heilige Prophet(sa) alle ihre Religion frei ausüben und unterstrich dadurch die wahre Botschaft des Islam. Es ist wahr, dass der Qur’an anweist, dass jeder Muslim es sich zur Aufgabe machen muss, die Botschaft des Islam auf die beste Weise und durch Vernunft und Überzeugung zu verbreiten, aber es gibt absolut keinen Raum für Zwang jeglicher Art:

Rufe zum Weg deines Herrn mit Weisheit und guter Ermahnung und streite mit ihnen in der besten Weise. Sicherlich, dein Herr weiß am besten, wer von Seinem Weg abgeirrt ist; und Er kennt auch diejenigen, die rechtgeleitet sind. (Kapitel 16, Vers 126)

Darüber hinaus stellte der Qur’an für den Heiligen Propheten(sa) selbst klar, dass seine Mission darin bestand, die Botschaft des Islam zu übermitteln, aber danach lag es an den Menschen, diese Botschaft anzunehmen oder abzulehnen, und diese Entscheidung war ohne jeglichen Zwang oder Strafe, da sie für diese Entscheidung Gott gegenüber und nicht den Menschen gegenüber verantwortlich waren. Der Qur’an sagt:

Wenn sie sich jedoch abwenden, so haben Wir dich nicht als Hüter über sie gesandt. Deine Pflicht ist nur die Übermittlung der Botschaft… (Kapitel 42, Vers 49)

Dies macht deutlich, dass die einzige Pflicht der Muslime in Bezug auf die Verbreitung des Islam darin besteht, seine Botschaft zu übermitteln, und jede Handlung, die auch nur den Anschein von Zwang oder Gewalt erweckt, hat keine Grundlage im Islam. In diesem Zusammenhang ist es interessant zu bemerken, dass die größte muslimische Bevölkerung der Welt in Indonesien zu finden ist, das den Islam durch frühe Dialoge mit muslimischen Händlern und heiligen Männern annahm. Die zweitgrößte muslimische Bevölkerung gehört zu Indien, das nicht einmal ein muslimisches Land ist und eine hinduistische Mehrheit hat. In jüngerer Zeit wissen wir, dass der Islam in Europa die am schnellsten wachsende Religion ist, doch kein Schwert wird benutzt, um solche Menschen von den Schönheiten des Islam zu überzeugen. Diese Betonung auf Lernen und Wissen als Weg zum Erfolg wird in dem berühmten Spruch des Heiligen Propheten(sa) festgehalten:

„Die Tinte des Gelehrten ist kostbarer als das Blut des Märtyrers.“ (Bukhari, Buch des Wissens)