Die Haltung des Islam gegenüber Gewalt ist klar und wird häufig missverstanden oder aus dem Zusammenhang gerissen. Der Islam erlaubt Gewalt nur in Ausnahmefällen, nämlich zur Selbstverteidigung oder zur Wahrung von Gerechtigkeit, wenn alle anderen Möglichkeiten ausgeschöpft sind. Dies wird im Qur'an deutlich gemacht: „Erlaubnis (zum Kämpfen) ist denen gegeben, die bekämpft werden, weil ihnen Unrecht geschah“ (22:40). Dieser Vers markiert eine klare Grenze und macht deutlich, dass der Islam keine Angriffskriege erlaubt.

Gewaltverse im Qur'an, wie beispielsweise „Und tötet sie, wo immer ihr auf sie stoßt“ (2:191), werden oft isoliert zitiert, ohne den historischen und literarischen Kontext zu beachten. In Wahrheit bezieht sich dieser Vers auf eine spezifische Situation, in der die frühen Muslime von ihren Gegnern in Mekka brutal verfolgt und vertrieben wurden. Der folgende Vers fordert die Gläubigen jedoch dazu auf, Maß zu halten und Frieden zu suchen, wenn der Gegner aufhört, Feindseligkeiten auszuüben: „Wenn sie jedoch ablassen, dann ist Allah allvergebend, barmherzig“ (2:192). Diese Kontexte zeigen, dass die Gewaltverse im Qur'an nicht als universelle Aufrufe zur Gewalt verstanden werden können.

Darüber hinaus hebt der Qur'an die Heiligkeit des Lebens hervor: „Wer einen Menschen tötet ... so ist es, als hätte er die ganze Menschheit getötet“ (5:32). Diese universelle Botschaft zeigt, dass Mord und Gewalt im Islam grundsätzlich verboten sind. Der Islam betont daher, dass Konflikte vermieden werden sollen und nur im äußersten Notfall Verteidigung erlaubt ist.