Oft betet man für eine Sache, dass man sie bekommt oder dass sie genau so geschehen soll, und ist betrübt, dass es so nicht passiert. Wurde das Gebet nicht erhört? Warum?

Im Heiligen Koran sagt Allah, der Allwissende darüber: „Aber es ist wohl möglich, dass euch etwas missfällt, was gut für euch ist; und es ist wohl möglich, dass euch etwas gefällt, was für euch übel ist. Allah weiß, ihr aber wisset nicht.“ (2:217)

Das heißt, dass es viele Dinge gibt, die wir uns wünschen, und wir uns nicht dessen bewusst sind, dass dies so eigentlich schädlich für uns ist. Aber Allah ist allwissend, will das Beste für uns und lässt bewusst manche Dinge nicht so geschehen, wie wir sie gerne hätten, wünschen oder dafür beten, weil Er unseren Vorteil und Profit besser kennt.

Dementsprechend sollten wir nicht starr auf eine genaue Sache pochen, dass sie exakt so geschieht oder dass wir sie um jeden Preis bekommen. Sondern wir sollten beten: Wenn die Sache gut für uns ist, dann soll Allah sie für uns verwirklichen; wenn sie jedoch nicht gut, vielmehr schädlich für uns ist, dann soll Er sie von uns abwenden und unseren Herzen darin Zufriedenheit schenken, sodass wir davon loslassen können.

Diesbezüglich lehrt uns der Heilige Prophet (saw) dies auch durch das Istikhara-Gebet. Denn Istikhara bedeutet das Verlangen nach dem Guten. Das Gebet lautet wie folgt:

„O Allah, ich ersuche Gutes von Dir aus Deinem Wissen, und ersuche um Kraft aus Deiner Kraft und erbitte mir Deine große Huld. Denn Du hast Kraft und ich habe keine Kraft, und Du hast Wissen und ich habe kein Wissen, und Dein Wissen umfasst das Unsichtbare. O Allah, es liegt in Deinem Wissen, ob diese Sache gut ist für mich und für meine Religion und für meine weltlichen Angelegenheiten und für mich in Bezug auf ihr Ergebnis; wenn sie also gut ist, dann gewähre sie mir und mache die Angelegenheit leicht für mich und segne sie für mich. Und es liegt in Deinem Wissen, ob diese Sache schlecht ist für mich und für meine Religion und für meine weltlichen Angelegenheiten und für mich in Bezug auf ihr Ergebnis; wenn sie also schlecht ist, dann veranlasse, dass sie mich verschont, und veranlasse mich, von ihr abzulassen, und ermögliche es mir, Gutes zu erlangen, was immer es sein mag, und stelle mich dann damit zufrieden.“ (Tirmiḏī)

Demnach sollten wir immer für das Beste beten und hoffen. Dabei sollten wir die Geduld nicht verlieren, sondern unermüdlich vor Gott flehen und darauf vertrauen, dass ein aufrichtiges Gebet niemals umsonst ist. Selbst wenn die Erfüllung Zeit braucht oder in einer Weise erfolgt, die unserer Weisheit zunächst verborgen bleibt. Wer im Dua nachlässt, zeigt einen Mangel an Ausdauer in der spirituellen Beziehung zum Schöpfer.

Dazu sagt der Verheißene Messias (as): „Dann sehe ich noch einen weiteren Mangel. Manche Menschen werden müde. Ich habe Briefe erhalten, in denen die Schreiber zum Ausdruck brachten: ,Wir haben vier Jahre oder so viele Jahre lang gebetet und Dua gemacht, aber es hat nichts genützt.‘ Solche Menschen halte ich für schwach im Geist und Charakter; man darf nicht müde werden. ,Wenn es keinen Weg gibt, den Geliebten zu erreichen, ist es Bedingung der Liebe, in der Sehnsucht nach ihm zu sterben.‘ Ich sage sogar so weit: Selbst wenn dreißig oder vierzig Jahre vergehen, sollte man niemals müde werden oder davon ablassen, und mögen sich die Gefühle dabei noch so sehr verstärken. Allah der Erhabene lässt denjenigen, der Dua macht, nicht verloren gehen. Wenn er voller Inbrunst und Flehen betet und [zeitweise] in Sünde verstrickt ist, befiehlt Allah der Erhabene den Engeln, diesen Menschen zu retten, und er wird gerettet, denn „Wahrlich, Allah liebt die sich Bekehrenden“ (2: 223).“

(Malfuzat (Urdu) Band 9, Seite 36)