Theologisch betrachtet unterscheidet der Islam zwischen dem Menschen und seinen Taten. Der Mensch selbst ist dabei unabhängig von seinen Handlungen zu achten und zu respektieren. Im Islam gibt es Regeln wie das Alkoholverbot, jedoch pflegen Muslime dennoch Freundschaften mit Menschen, die diese Regel nicht befolgen. Ähnlich verhält es sich mit anderen Werten, die die Sexualität betreffen, wie Keuschheit vor der Ehe und Treue innerhalb der Ehe. Diese sind wichtige islamische Werte, denen sich die Mitglieder der Ahmadiyya Muslim Jamaat (AMJ) verpflichtet fühlen, auch wenn sie nicht von allen geteilt werden.
Die AMJ betrachtet Homosexualität als nicht im Einklang mit den göttlichen Geboten, wie sie im Koran abgeleitet werden. Gleichzeitig betont der Khalif der AMJ, Hazrat Mirza Masroor Ahmad, die Notwendigkeit von Empathie gegenüber Menschen aus der Lesben-, Schwulen- und Transgender-Gemeinschaft. Er lehnt jegliche Verfolgung oder Unterdrückung von homosexuellen Menschen strikt ab und betont, dass Muslime keinerlei Hass oder Feindseligkeit gegenüber Homosexuellen hegen sollten.
Für die AMJ ist Homosexuellenfeindlichkeit eine Form von Menschenfeindlichkeit. In nahezu allen pädagogischen Veranstaltungen der AMJ, sowohl für Erwachsene als auch für Jugendliche, wird das Fundament des Islam thematisiert: dass wahre Gottesliebe nicht existieren kann, wenn man seine Schöpfung nicht liebt. Daher bildet der Dienst an der gesamten Schöpfung die Grundlage für den Dienst am Schöpfer.