Dem Heiligen Qur’an zufolge besitzen die Menschen die freie Wahl, irgendeine Regierungsform, die ihnen behagt, einzuführen. Im Qur'an heißt es: "Allah gebietet euch, dass ihr die Treuhandschaft jenen übergebt, die ihrer würdig sind." (Sure 4 Vers 59). Demokratie, Souveränität, Stammes- oder Feudalordnungen sind einwandfrei, vorausgesetzt, dass sie vom Volk als das Brauchtumserbe ihrer Gesellschaft angesehen werden. Gleichwohl scheint es so, dass im Heiligen Qur’an die Demokratie bevorzugt und äußerst empfohlen wird. Den Muslimen wird geraten, eine demokratische Ordnung zu errichten, wenn auch nicht exakt dem Vorbild des westlichen Demokratiestils entsprechend. Nirgendwo im Heiligen Qur’an präsentiert der Islam eine leere Definition von Demokratie. Er behandelt nur die Richtlinien von entscheidender Bedeutung und überlässt den Menschen den Rest. Man folge und ziehe Nutzen, oder weiche ab vom rechten Pfad und werde zerstört.
Innerhalb der islamischen Demokratieauffassung finden sich nur zwei Säulen. Diese lauten: Der demokratische Wahlvorgang muss auf Vertrauen und Rechtschaffenheit fußen. Der Islam lehrt, dass wann immer Sie Ihr Wahlrecht ausüben, Sie sich dessen immer bewusst sein sollten, dass Gott über Sie wacht und Sie für Ihre Entscheidung zur Verantwortung ziehen wird. Wählen Sie jene, die am besten dazu in der Lage sind, ihrer staatlichen Treuhandschaft gerecht zu werden, und die selbst ebenfalls vertrauenswürdig sind. In dieser Lehre ist stillschweigend die Notwendigkeit enthalten, dass diejenigen, die das Recht zum Wählen haben, ihr Wahlrecht ausüben müssen, abgesehen von Umständen, die außerhalb ihrer Beeinflussung liegen oder wenn der Ausübung dieses Rechts Hindernisse entgegenstehen.
Regierungen müssen anhand des Prinzips unbedingter Gerechtigkeit funktionieren. Die zweite Säule islamischer Demokratie ist die, dass wann immer Sie Entscheidungen zu treffen haben, sie diese auf der Grundlage absoluter Gerechtigkeit fällen. Sei die Angelegenheit politischer, religiöser, gesellschaftlicher oder wirtschaftlicher Natur, die Gerechtigkeit darf niemals bloßgestellt werden. Nach der Regierungsbildung sollte das Wählen innerhalb der Partei ebenfalls immer auf Gerechtigkeit hin ausgerichtet bleiben. Folglich sollte es keinem parteilichen Interesse oder politischer Erwägung erlaubt sein, den Entscheidungsvorgang zu beeinflussen. Auf lange Sicht gesehen ist jede Entscheidung, die in diesem Geiste getätigt wird, wahrhaftig vom Volk, durch das Volk und für das Volk.