Die falsche Vorstellung von einem Paradies mit Jungfrauen, in dem sinnliche Vergnügungen auf den Menschen warten, ist nicht nur von falschen und männlichen Gelüsten geprägt, sondern widerspricht zutiefst den Geboten und dem Wesen Gottes. Um den Menschen eine ungefähre Vorstellung vom Paradies zu vermitteln, hat Gott im Heiligen Koran in Gleichnissen darüber gesprochen. So auch von den Huris, was oftmals mit Paradiesjungfrauen übersetzt wird. Der Heilige Koran sagt darüber folgendes: „Ihnen aufwarten werden Jünglinge, die nicht altern…“ (56:18) „holdselige Mädchen mit großen herrlichen Augen gleich verborgenen Perlen“ (56:23,24) „Darinnen werden (Mädchen) sein, gut und schön … holdselige mit herrlichen schwarzen Augen, wohlbehütet in Zelten … die weder Mensch noch Dschinn von ihnen berührt hat“ (55:71,73,75) „Darinnen (im Paradies) werden (Keusche) sein mit züchtigem Blick, die weder Mensch noch Dschinn vor ihnen berührt hat – Welche der Wohltaten eures Herrn wollt ihr beide da leugnen? –, Als wären sie Rubinen und Korallen“ (55:57-59) Die Übersetzung von Huris in „Paradiesjungfrauen“ ist demnach falsch, da die paradiesischen Huris weder männlich noch weiblich sind, sondern wie auch die Seele, wenn sie ins Jenseits eingeht, geschlechtsneutral ist. Wenn von Reinheit, Keuschheit und Unberührtheit die Rede ist, so bedeutet dies aber, dass diese Wesen vollkommen Gott ergeben sind und Ihm allein ihre ganze Aufmerksamkeit widmen. Wie stark wäre der Widerspruch im Werk Gottes, wenn von uns auf der Erde Keuschheit verlangt wird, um rein zu werden, wir jedoch im Jenseits mit genau dem Gegenteil „belohnt“ werden würden? Dies würde Heuchelei hervorrufen und keine aufrichtigen Gläubigen und dies würde ganz und gar nicht der Weisheit Gottes entsprechen. Diese Gleichnisse sind daher strikt metaphorisch bzw. im übertragenen Sinne zu verstehen.