Iḥrām – der Weihezustand Bevor der Hadsch beginnt, treten die Pilger in einen spirituellen Zustand der Reinheit ein, der Iḥrām genannt wird. Sie sprechen ein Gebet, um die innere Überzeugung zu bekräftigen, nämlich dass sie beabsichtigen, Hadsch nur um Allahs Willen durchzuführen: »Hier bin ich, zu Deinen Diensten, o Gott. Aller Preis gebührt Dir, jegliche Güte kommt von Dir. Dein ist das Königreich; Du hast keinen Partner.« Dieses Gebet, auch talbiya genannt, wird häufig im gesamten ersten Abschnitt des Hadsch gesprochen.

Pilger müssen diesen inneren Zustand der Reinheit auch physisch zum Ausdruck bringen, indem sie eine Waschung durchführen oder ein Bad nehmen und ihren Körper mit einem Gewand umhüllen, das aus zwei weißen Tüchern besteht, von denen jedes jeweils den Ober- und Unterkörper bedeckt. Diese leinentuchähnlichen, ungenähten Tücher symbolisieren das Ablegen weltlicher Wünsche, während die einheitliche Kleiderordnung die Gleichheit der Menschen in den Augen Gottes widerspiegeln soll. Im Iḥrām-Zustand ist es den Pilgern verboten, sich die Haare zu rasieren oder zu trimmen, die Nägel zu schneiden, Parfüm aufzutragen, zu jagen und eheliche Beziehungen zu haben usw. Somit beginnt ihre Reise mit der reinen Absicht, Allahs Wohlgefallen zu erlangen.

Die Pilger müssen im Iḥrām-Zustand sein, bevor sie das sogenannte Haram-Gebiet erreichen, ein heiliges Gebiet, das sich über die Grenzen Mekkas hinaus erstreckt. Nach islamischer Lehre darf niemand in diesem Gebiet einer Gefahr ausgesetzt sein; auch das Jagen sowie das Fällen von Bäumen ist dort verboten. Die Idee hinter Haram ist, eine friedliche Umgebung zu gewährleisten, damit Pilger in Frieden und ohne Angst in Mekka einreisen können.