„Und kämpfet für Allahs Sache gegen jene, die euch bekämpfen, doch überschreitet das Maß nicht, denn Allah liebt nicht die Maßlosen.“ (2:191).
Erläuterung: Laut diesem Vers ist ein Verteidigungskrieg gegen diejenigen erlaubt, die die Muslime angreifen und bekriegen. Hazrat Khalifatul Massih I. (ra) schreibt in seinem Quran- Kommentar: „Diesen Vers haben der Heilige Prophet und seine ersten Khalifen so verstanden, dass Knaben, Frauen, Alte und alle Friedfertigen nicht angegriffen werden dürfen.“ (Haqāiqul Furqān)
„Und tötet sie, wo immer ihr auf sie stoßt, und vertreibt sie von dort, von wo sie euch vertrieben; denn Verfolgung ist ärger als Totschlag. Bekämpft sie aber nicht bei der Heiligen Moschee, solange sie euch dort nicht angreifen. Doch wenn sie euch angreifen, dann kämpft wider sie; das ist die Vergeltung für die Ungläubigen.“ (2:192) Diese Stelle bezieht sich nur auf jene, die einen Krieg gegen die Muslime angefangen hatten, von denen bereits in 2:191 die Rede war. „…wo immer ihr sie (im Plural) findet“: Dieser Satz stellt klar, dass bei der Verteidigung nur ein Vorgehen gegen die Armee der Angreifer erlaubt ist, und man darf nicht jeden Einzelnen, wo man ihn findet, angreifen. Man soll die Armee der Angreifer bekämpfen, wo immer sie als solche mit aggressiven Absichten auftaucht.
„Wenn sie jedoch ablassen, dann ist Allah allvergebend, barmherzig“ (2:193). Erläuterung: Dieser Vers macht deutlich, dass selbst jene, die Waffen gegen die Muslime erhoben haben, ohne weitere Bedingung auf Gottes Vergebung hoffen dürfen, wenn sie von ihren mörderischen Kriegsabsichten ablassen und zum Frieden zurückkehren.
„Und bekämpfet sie, bis die Verfolgung (fitna) aufgehört hat und der Glauben an Allah (frei) ist. Wenn sie jedoch ablassen, dann (wisset), dass keine Feindschaft erlaubt ist, außer wider die Ungerechten.“ (2:194). Erläuterung: Die oben zitierten Stellen aus dem Quran lassen keinen Zweifel daran, dass die Fitna (religiöse Verfolgung) gefährlich für den Frieden ist. Deshalb sollen Maßnahmen zu ihrer Beendigung ergriffen werden. Gleichzeitig werden die Muslime daran erinnert: Wenn ihr es nicht mehr befürchten müsst, dass eure Gegner euch wegen eures Glaubens töten, und eine gesellschaftliche Atmosphäre geschaffen wird, dass jeder freiwillig seine Religion wählen kann, und die Verfolger und Unterdrücker mit ihren Repressalien aufhören und Frieden und Harmonie in der Gesellschaft nicht mehr gefährden, dann gilt für diesen Fall das Gebot, jede Kampfhandlung sofort zu beenden (2:194). Was das Wort fitna (fitna im Quranischen Kontext meint, dass die Muslime durch Boykott, Krieg, Gewalt und Aggression massiv unter Druck gesetzt werden, ihren Glauben aufzugeben und zum frühen Polytheismus zurückzukehren. Andere Stellen des Quran bestätigen diese Bedeutung des Worts. In diesem Zusammenhang bedeutet Fitna eine Zwangskonvertierung der Muslime. Hier zwangsweise zum Glauben an Allah geführt werden. Dies wird widerlegt durch die Worte in 2:194: „Und wenn sie jedoch ablassen, dann wisset, dass keine Feindschaft erlaubt ist.“ Also bedeutet diese Stelle nur, dass der Krieg nur so lange erlaubt ist, bis die andere Seite nicht mit dem Krieg aufhört und die Muslime weiterhin bedrängt, ihren Glauben aufzugeben; solange also, bis jeder frei an die Religion seiner Wahl glauben kann. Der Verheißene Messias, Frieden sei auf ihm, sagt: „Aus diesem Vers geht hervor: Ihr sollt gegen die Götzendiener Arabiens kämpfen, bis keine Rebellion mehr bleibt und Herrschaft (Dīn; دﯾﻦ ) an Gott übergeht: Dies rechtfertigt keinen Zwang. Daraus geht nur so viel hervor, dass man gegen den Feind so lange kämpfen soll, bis seine Macht bricht und Aggression und Unfrieden beseitigt werden. Jene, die insgeheim glaubten, sollten so auch offen islamische Gebote befolgen. Wenn Gott – möge Seine Majestät erhöht sein – den Zwang beabsichtigt hätte…, weshalb wären dann Jizya oder Friedensverträge möglich gewesen und aus welchen Gründen hätte man den Juden und Christen erlaubt, dass sie die Jizya zahlen und in Frieden kommen und im islamischen Reich ein friedliches Leben führen können.“ (Jange Muqaddas, Ruhani Khazain Bd. 6, Diskussion vom 3. Juni 1893) Im Quran sind an mehreren Stellen zusammen mit dem Krieg der Begriff „auf Allahs Weg“ verwendet worden. Wenn wir zur Klärung dieses Begriffs 2:191 heranziehen, können wir seine prinzipielle Bedeutung verstehen. Demnach wird hier gesagt, dass man gegen jene auf Allahs Weg kämpfen soll, die euch (also die Muslime) bekämpfen. Das zeigt, dass der Kampf auf Allahs Weg nur eine Verteidigung oder Notwehrmaßnahme sein kann. Wo im Quran von dem „Kampf auf Allahs Weg“ die Rede ist, ist dort ein Kampf in Übereinstimmung mit den Anweisungen und Geboten Gottes gemeint. Kriege aus persönlichen Motiven oder wegen weltlicher Ziele gehören nicht zu dieser Kategorie. Dieser Vers erwähnt auch, dass man nicht zu übertriebenen Maßnahmen greifen darf („überschreitet das Maß nicht“), weil Gott solche Menschen nicht liebt, die das tun. Also gehört es zum „Kampf auf Allahs Weg“ dazu, dass man selbst bei eigener Verteidigung sich mäßigen und jegliches Unrecht und jede Maßlosigkeit vermeiden soll. Im Kontext obiger Quran-Stellen hat der Begriff „Kampf auf Allahs Weg“ nur diese Bedeutung.