Glücksspiele sind im Islam verboten. Der Heilige Quran fordert die Gläubigen ausdrücklich dazu auf, Glücksspiel zu meiden.
Allah sagt:
يَا أَيُّهَا الَّذِينَ آمَنُوا إِنَّمَا الْخَمْرُ وَالْمَيْسِرُ وَالْأَنْصَابُ وَالْأَزْلَامُ رِجْسٌ مِنْ عَمَلِ الشَّيْطَانِ فَاجْتَنِبُوهُ لَعَلَّكُمْ تُفْلِحُونَ „O die ihr glaubt! Wein und Glücksspiel und Götzenbilder und Lospfeile sind ein Gräuel, ein Werk Satans. So meidet sie allesamt, auf dass ihr Erfolg habt.“ (5:91)
Im folgenden Vers erklärt Allah auch den Grund für dieses Verbot:
إِنَّمَا يُرِيدُ الشَّيْطَانُ أَنْ يُوقِعَ بَيْنَكُمُ الْعَدَاوَةَ وَالْبَغْضَاءَ فِي الْخَمْرِ وَالْمَيْسِرِ وَيَصُدَّكُمْ عَنْ ذِكْرِ اللَّهِ وَعَنِ الصَّلَاةِ „Satan will durch Wein und Glücksspiel nur Feindschaft und Groll zwischen euch erregen, um euch so vom Gedenken an Allah und vom Gebet abzuhalten.“ (5:92)
Das arabische Wort مَيْسِر (Maisir) bezeichnet Glücksspiel und Spiele, bei denen ein Gewinn oder Verlust vom Zufall abhängt. Dazu gehören beispielsweise Wetten, Lotterien, Casino-Spiele und Sportwetten, bei denen Geld eingesetzt wird.
Auch der Heilige Prophet Muhammad (saw) warnte vor bestimmten Glücksspielen. Er sagte:
مَنْ لَعِبَ بِالنَّرْدِ فَقَدْ عَصَى اللَّهَ وَرَسُولَهُ „Wer mit Nard spielt, hat Allah und Seinem Gesandten ungehorsam gehandelt.“ (Sunan Abi Dawood)
Daraus wird deutlich, dass Glücksspiel und Spiele, die auf unrechtmäßigem Gewinn durch Zufall beruhen, nicht erlaubt sind. Es ist jedoch wichtig, zwischen Glücksspiel und gewöhnlichen Spielen zu unterscheiden. Nicht jedes Spiel mit Würfeln oder Karten ist automatisch Glücksspiel. Wenn kein Geld oder wertvoller Einsatz auf dem Spiel steht und das Spiel einen Menschen nicht von seinen religiösen Pflichten abhält, fällt es nicht automatisch unter das Verbot des Glücksspiels.
Der Verheißene Messias (as) schreibt:
"Wer sich jeder Sünde und jeder schlechten Tat – wie: Alkohol, Glücksspiel, geilem Hinschauen nach Frauen, Unredlichkeit, aktiver und passiver Bestechung jeder Art – nicht ganz und gar enthält, der gehört nicht zu meiner Gemeinde." (Unsere Lehre, Seite 13)
Hazrat Khalifat-ul-Masih V (aba) schreibt:
„Hadhrat Munshi Barakat Khan (ra), ein Gefährte des Verheißenen Messias (as) arbeitete als Angestellter in Shimla. Bevor er zur Ahmadiyyat konvertierte, hatte er an einer Lotterie teilgenommen. Als das Los gezogen wurde, gewann er eine Summe von 7500 Rupien (zur damaligen Zeit). Als er Huzur fragte, erklärte er dies als Glücksspiel und sagte: „Geben Sie keinen Pfennig davon für sich selbst aus.“ Hadhrat Munshi Sahib (ra) verteilte die gesamte Summe unter Armen und Bedürftigen. Das Lottospielen ist hier in Europa, im Westen, heutzutage üblich. Deshalb ist der Gewinn aus solchen Lotterien strengstens verboten. Genau wie der Gewinn aus Glücksspielen verboten ist, sollte man zunächst gar nicht erst daran teilnehmen, und wenn man einen Gewinn erhalten hat, dann sollte man ihn wenigstens nicht für die eigene Person ausgeben. Eine Begebenheit stammt hier aus England von Herrn Bashir Orchard, der nach seinem Übertritt zur Ahmadiyyat viele Veränderungen an sich vornahm und schließlich sein Leben dem Dienst am Glauben widmete. Er hatte 1944 die Ahmadiyyat angenommen und einige Zeit in Qadian religiöse Bildung erlangt, danach widmete er sein Leben dem Dienst am Glauben. Danach fand eine vollkommene Wandlung in seinem Leben statt. Er empfand sehr viel Genuss im Gebet und im Gottesdienst. Der erste Erfolg seiner ersten Reise nach Qadian war das Aufgeben von Alkohol. Er trank sehr viel Alkohol. Er gab dieses sofort auf, bereute den Alkoholgenuss und das Glücksspiel und kehrte beiden Dingen vollständig den Rücken.“ (Die Bedingungen des Bai’at - Die Pflichten eines Ahmadis, S. 281 - 282)