Nein. Eine der grundlegenden Lehren des Islam und eine, die jeder Muslim in seinem Herzen kultiviert, ist die der Brüderlichkeit und Gleichheit der Menschen. Da der Islam die Vielfalt der Menschen und der Natur als Schöpfung Gottes betrachtet, wird der Respekt vor dieser Vielfalt geboten. Besonders im Qur’an erwähnt werden die „Leute des Buches“, nämlich Juden und Christen, die immer einen besonderen Platz in der muslimischen Gesellschaft hatten. Muslime sind aufgefordert, ihr Recht auf Gottesdienst und ihre Gotteshäuser zu schützen, ein Gebot, das historisch befolgt wurde, wie die Existenz alter Kirchen und Synagogen in der gesamten muslimischen Welt in Ländern wie der Türkei, Palästina, Jordanien, Syrien und Bosnien zeigt. Entgegen dem gängigen Klischee wurde der Islam nicht „mit dem Schwert verbreitet“, noch wurden Menschen gezwungen, zum Islam zu konvertieren, was wiederum durch die Existenz nicht-muslimischer Bevölkerungen in der gesamten muslimischen Welt belegt wird. Dieser gleiche Respekt und diese Toleranz wurden auch Menschen anderer Glaubensrichtungen entgegengebracht. Muslime glauben, dass der Heilige Prophet Muhammad(sa) als „eine Barmherzigkeit für alle Welten“ gesandt wurde und dass er eine endgültige Religion für die gesamte Menschheit brachte. Das allererste Blatt des Heiligen Qur’an lobt den Herrn, der der Erhalter aller Welten ist, und seine letzte Passage fordert uns auf, zum Herrn der Menschheit zu beten. Somit präsentieren sowohl die ersten als auch die letzten Worte des Heiligen Qur’an das Konzept des gesamten Universums und nicht nur das eines Gottes der Araber oder der Muslime. Manchmal wird von einigen Leuten der Eindruck erweckt, dass der Heilige Qur’an sagt, man solle keine Freundschaften mit Nichtgläubigen schließen. Solche Hinweise werden aus dem Kontext gerissen. Es gibt im Heiligen Qur’an eine Erwähnung von einigen Menschen, die offene und erklärte Feinde des Islam sind. Es wird entmutigt, enge Freunde mit solchen Menschen zu werden.