Das Wort Jinn wird im Heiligen Qur’an und den Hadithen häufig verwendet. Es bezeichnet etwas, das verborgen oder versteckt ist – sei es aufgrund seiner Form oder seines Verhaltens. Dieses Grundverständnis des Verborgenen zieht sich durch alle Bedeutungen des Wortes. Beispiele für Begriffe, die aus der Wurzel ج-ن-ن (j-n-n) abgeleitet sind, zeigen diese
Bedeutungsvielfalt:
• جَنَّ (janna) – „einen Schatten werfen“, „Dunkelheit ausbreiten“ • جَنِين (janeen) – der Fötus im Mutterleib • جُنُون (junoon) – der Wahnsinn, der den Verstand bedeckt • جِنَان (jinan) – das Herz, verborgen in der Brust • جَنَّة (jannah) – der Garten, dessen dichter Schatten den Boden bedeckt • مَجَنَّة (majannah) – der Schild, hinter dem sich ein Krieger verbirgt • جَانّ (jaann) – Schlangen, die sich versteckt in der Erde aufhalten • جَنَن (janan) – das Grab, das den Toten verbirgt • جُنَّة (junnah) – der Schleier, der Kopf und Körper bedeckt
Das Wort Jinn wird auch verwendet für verschleierte Frauen, abgegrenzte Stammesführer, Tiere der Nacht, Mikroorganismen wie Keime und Bakterien. Daher verbot der Heilige Prophet Muhammad (saw), nach dem Stuhlgang Knochen zur Reinigung zu verwenden, denn: „Das ist die Nahrung der Jinn“, womit Ameisen, Termiten und Bakterien gemeint sind.
Zudem bezieht sich das Wort Jinn auch auf verborgene Geister – sowohl böse (Satan) als auch gute (Engel), wie im Qur’an steht:
مِنَّا الصَّالِحُونَ وَمِنَّا دُونَ ذَلِكَ „Unter uns sind solche, die recht handeln, und manche unter uns sind weit davon entfernt“ (Surah al-Jinn, 72:12)
Alle Schriften des Verheißenen Messias (as) und seiner Khulafa lehnen die volkstümlichen Vorstellungen von Jinn ab – etwa, dass sie Menschen kontrollieren, Frauen besitzen oder Befehle ausführen. Solche Vorstellungen sind das Produkt abergläubischer Fantasie und nicht Teil der islamischen Lehre.
Der Verheißene Messias (as) sagte:
„Wir glauben [iman] an sie, aber wir haben kein inniges Wissen [irfan] über sie. Warum sollten wir sie brauchen in unserer Anbetung, Gesellschaft oder Politik?“ (Malfuzat [Urdu], Bd. 3, S. 403, Ausgabe 2016)
Er erinnerte an das Hadith: مِنْ حُسْنِ إِسْلَامِ الْمَرْءِ تَرْكُهُ مَا لَا يَعْنِيهِ „Zu den schönen Zügen des Islam eines Menschen gehört es, sich von dem fernzuhalten, was ihn nichts angeht.“ (Muwatta, Kitab husn al-khulq)
Hazrat Musleh Maud (ra) sagte:
„Ich glaube an die Existenz der Jinn, aber nicht daran, dass sie Menschen besitzen oder ihnen Früchte bringen. Ebenso wie Engel keine Menschen besitzen, tun dies auch die Jinn nicht.“ (Al Fazl Qadian [Urdu], Nr. 82, Bd. 8, 2. Mai 1921, S. 7)
Er erklärte, dass auch die Jinn dem Propheten Muhammad (saw) glauben mussten, aber ihm – obwohl er manchmal tagelang nichts zu essen hatte – nie „Süßigkeiten“ oder Brot brachten, obwohl man dies manch anderen zuschreibt.
Was angebliche Besessenheit angeht, sagte er:
„Das sind Krankheiten, Aberglauben oder natürliche Phänomene – etwa Phosphor, der nachts in Friedhöfen leuchtet.“ Er betonte:
„Die Jinn, die in der Hölle sind, sind die feurigen, rebellischen Menschen, die keine Religion annehmen wollen.“
Hazrat Khalifatul Masih IV (rh) erklärte mehrfach, dass die Art von Jinn, die in Geschichten Menschen durch die Luft tragen, in einer Nacht holen oder ihnen Süßigkeiten bringen, nicht im Qur’an oder der Sunnah existieren.
Er sagte:
„Das Wort Jinn bedeutet in der arabischen Sprache alles, was verborgen ist.“ Also Schlangen, Bakterien, isolierte Bergvölker, verschleierte Frauen, sogar wirtschaftliche oder politische Mächte – all das kann metaphorisch als Jinn bezeichnet werden.
Er sagte weiter:
„Wenn solche Jinn existiert hätten, dann hätten sie dem Heiligen Propheten (saw) helfen müssen – stattdessen finden wir keinen Hinweis darauf, dass sie seine Feinde besessen hätten.“ (Frage-Antwort-Sitzung, 29. Dezember 1984)
Hazrat Mirza Bashir Ahmad (ra) schrieb:
„Es gibt keine Jinn, die Menschen wie Spielzeuge kontrollieren oder ihnen Glück bringen oder Krankheiten verursachen. Solche Ideen sind Aberglaube.“ (Al Fazl, 13. Juni 1950)
Er erklärte, dass das sogenannte „Besessensein“ in Wirklichkeit oft eine psychologische Störung sei – Hypochondrie oder Suggestion, verstärkt durch Ängste, Erfahrungen und schwachen Glauben. (Hayat-e-Qudsi [Urdu], Hazrat Maulana Ghulam Rasul Rajeki ra, S. 617–618)
Fazit: Jinns können uns nicht kontrollieren.