Das Sammeln von Karten ist an sich nicht verboten, sondern grundsätzlich ein erlaubtes Hobby. Verboten wird es erst durch die Umstände, die damit verbunden sein können – etwa wenn Glücksspiel, Verschwendung oder andere verbotene Dinge damit verbunden sind.Wenn man süchtig wird, unkontrolliert Geld dafür verschwendet oder durch den Rausch beim Öffnen von Päckchen in eine Art Glücksspiel gerät. Genauso wenig darf man Unmengen an Zeit investieren und dadurch seine eigentlichen Pflichten, wie das Gebet oder den Alltag, vernachlässigen. Solange man maßvoll bleibt, ist es kein Problem.
Im Heiligen Koran heißt es: „Sie fragen dich über Wein und Glücksspiel. Sprich: ,In beiden ist großes Übel und auch Nutzen für die Menschen; doch ihr Übel ist größer als ihr Nutzen.‘ Und sie fragen dich, was sie spenden sollen. Sprich: ,(Gebt, was ihr) entbehren (könnt).‘ So macht Allah euch die Gebote klar, auf dass ihr nachdenkt.“ (2:220)
Aus diesem Vers wird deutlich, dass die Sucht und der materielle Reiz, die mit dem Kauf von verpackten Sammelkarten einhergehen, zwar auf den ersten Blick einen spielerischen Reiz oder Sammeltrieb bedienen mögen, das daraus resultierende Übel und die Gefahr des finanziellen Kontrollverlusts diesen vermeintlichen Nutzen jedoch bei Weitem übersteigen. Wenn der Drang nach dem nächsten „Pack“ überhandnimmt und unüberlegt Geld verschwendet wird, entfernt man sich von dem im Koran geforderten Prinzip, lediglich den echten Überschuss für sinnvolle Dinge einzusetzen, statt finanzielle Mittel in spekulativen und riskanten Zufallskäufen zu versenken.
In einem weiteren Vers heißt: „O die ihr glaubt! Wein und Glücksspiel und Götzenbilder und Lospfeile sind ein Gräuel, ein Werk Satans. So meidet sie allesamt, auf dass ihr Erfolg habt.“ (5:90)
Das bedeutet, dass die Sucht, die durch den berauschenden Nervenkitzel des Ungewissen, wie das verdeckte Ziehen seltener Karten in geschlossenen Päckchen, erzeugt wird, dem Wesen nach den Mechanismen des Glücksspiels gleicht. Wer sich diesem unkontrollierten Verlangen hingibt, verlässt den Bereich des Bewussten und verantwortungsvollen Handelns und begibt sich in eine Dynamik, die sowohl die spirituelle Integrität als auch den persönlichen Erfolg im Leben gefährdet.
Durch Zeitverschwendung und „Laghw“ kommt man von den eigentlichen Pflichten ab. Dazu sagt der Heilige Koran: „Satan will durch Wein und Glücksspiel nur Feindschaft und Groll zwischen euch erregen, um euch so vom Gedenken an Allah und vom Gebet abzuhalten. Doch werdet ihr euch abhalten lassen?“ (5:91)
Und ebenfalls heißt es über die Gläubigen: „und die sich fernhalten von allem Eitlen (Laghw).“ (23:3)
Hier zeigt sich eine direkte Parallele zu Hobbys, die ins Maßlose ausarten.Sobald das ständige Kaufen, Tauschen, Suchen und Traden von Karten überhandnimmt und zu exzessiver Zeitverschwendung ausartet, verwandelt sich die Beschäftigung in „Laghw“ (sinnloses Tun). Der Mensch verliert sich in einer Scheinwelt, wodurch die fundamentalen Pflichten, vor allem das regelmäßige Gedenken an den Schöpfer und das pünktliche Verrichten der Gebete, vernachlässigt werden und die spirituelle Verbindung Schaden nimmt.
Bezüglich der Erziehung der Kinder und der Gefahr von schleichender Abhängigkeit und unkontrolliertem Geldausgeben mahnt auch Hadhrat Khalifatul Massih V (atba) zur äußersten Wachsamkeit. In einer Freitagsansprache betonte Hadhrat Khalifatul Masih V (atba) die generellen Mechanismen von digitalem oder materiellem Konsumrausch bei Jugendlichen:
„Heutzutage ist ein neues Spiel namens Fortnite sehr verbreitet. Manche Kinder verschwenden dabei ihr Geld. Auch die Eltern sollten ihre Kinder davon abhalten. Ebenso sollten die Organisationen, insbesondere die Khuddam-ul-Ahmadiyya und die Atfal-ul-Ahmadiyya, darauf achten. Denn ein Schritt führt zum nächsten. Zunächst besorgen sie sich die Karten, dann wird immer mehr Geld ausgegeben. Vor einigen Tagen wurde in einem Artikel über eine Untersuchung berichtet, nach der sich bestimmte Gruppen gezielt an Jugendliche wenden. Sie bringen sie dazu, Bankkarten zu benutzen, und gelangen dadurch sogar an die Bankdaten ihrer Eltern. Erst später stellen die Eltern fest, dass Geld von ihren Konten verschwunden ist. Durch dieses Spiel entwickelt sich eine Gewohnheit, die einer Sucht ähnelt. Dadurch wird nicht nur wertvolle Zeit verschwendet und eine falsche Denkweise gefördert, sondern in manchen Fällen entsteht auch ein finanzieller Schaden für die Eltern. Wir sollten uns vor solchen Dingen schützen. Allah der Allmächtige hat uns dazu aufgefordert, unser Vermögen auf Seinem Weg einzusetzen. Deshalb sollten wir insbesondere unseren Kindern vermitteln, ihr Geld sinnvoll zu verwenden und die Gewohnheit zu entwickeln, für die Sache Allahs zu spenden.“ (Hadhrat Mirza Masroor Ahmad (aba), Freitagsansprache, 4. Januar 2019)