Dies ist eine Unterstellung und eine Lüge. Der Gründer der Ahmadiyya-Gemeinde war kein Leugner des Dschihad, sondern er war der Überzeugung, dass der Dschihad in jeder Zeit genauso wichtig ist wie alle Pfeiler des Islams. Dieser völlig haltlose und unwahre Vorwurf wird im Folgenden näher betrachtet und im Lichte des Heiligen Qur’an aus verschiedenen Aspekten beleuchtet.

Die Tatsache ist, dass der Verheißene MessiasAS den Dschihad auf gar keinen Fall beendet hat, sondern sagte, dass die Art des Dschihads, wie sie heute praktiziert wird, nicht erlaubt sei. Die islamische Lehre über den Dschihad wird von vielen missverstanden und deswegen angegriffen. Der Hauptkritikpunkt ist demnach, dass der Islam wegen dieser Lehre eine Religion von Zwang, Gewalt und Terror sei – Gott bewahre.

Der Terminus „Dschihad“

Im Islam wird der Begriff „Dschihad“ im Sinne von Anstrengung bzw. Bemühung für die Sache des Glaubens verwendet. Ein Studium des Heiligen Qur’an, der Überlieferungen des Heiligen ProphetenSAW (Hadith) sowie der arabischen Wörterbücher macht deutlich, dass der Begriff „Dschihad“ in der Lehre und Geschichte des Islam zu verschiedenen Gelegenheiten und unter verschiedenen Umständen unterschiedlich verwendet worden ist, und zwar im Einzelnen:

Dschihad gegen das eigene Ego (جِهَادٌ بِالنَّفْسِ)

Dschihad mit dem Heiligen Qur’an, also Verkündigung und Verbreitung (جِهَادٌ بِالْقُرْآنِ)

Dschihad mit dem Vermögen, also Spenden für Allahs Sache (جِهَادٌ بِالْمَالِ)

Dschihad mit dem Schwert, also bewaffnete Selbstverteidigung (جِهَادٌ بِالسَّيْفِ)

Der Verheißene MessiasAS betonte in seinen Schriften immer wieder, dass der Heilige Qur’an ein ewiges Gesetz sei und jedes Wort – von Anfang bis Ende – umgesetzt werden müsse. Seine Gebote gelten bis zum Tag der Auferstehung. Wie könnte er also den Dschihad allgemein abschaffen?

Welche Art von Dschihad er zeitlich beendete

Der Verheißene MessiasAS sagte:

„Vergesst den Dschihad, o Freunde! Der Krieg und die Schlacht für den Glauben sind verboten. Warum vergesst ihr die Botschaft: ‚Er wird dem Krieg Einhalt gebieten‘? Steht das etwa nicht im Ṣaḥīḥ Buḫārī geschrieben? Öffnet es doch und seht nach. Der Meister beider Welten, MustafaSAW, hat bereits gesprochen: ʿĪsā Masīḥ wird die Kriege aufheben.“

Daraus wird deutlich, dass der Verheißene MessiasAS nicht den Dschihad an sich, sondern die religiös motivierten Kriege zeitlich aufhob. Weiter sagte er:

„Ich kam zu euch mit einem Gebot: Der Dschihad mit dem Schwert hat von nun an keinen Bestand mehr, aber der Dschihad der inneren Reinigung muss andauern. Ich sage dies nicht aus mir selbst heraus. Das ist in der Tat der Wille Gottes. Der Heilige ProphetSAW sagte: Wenn der Messias erscheint, wird er den religiösen Kriegen ein Ende bereiten. Entsprechend ermahne ich euch, die ihr meiner Gemeinde beigetreten seid, dass ihr euch fernhaltet von allen bösen Gedanken, eure Herzen reinigt und mitleidsvoll gegenüber den Leidenden seid.“

„Sie sollten Frieden auf der Erde verbreiten, weil das im Gegenzug ihren Glauben verbreitet.“

Diese Haltung steht im Einklang mit den Anweisungen des Heiligen ProphetenSAW. Die Wahrheit ist, dass der Verheißene MessiasAS den Dschihad entsprechend den Lehren des Qur’an erklärte.

Die Betonung liegt heute mehr auf dem Dschihad des Heiligen Qur’an als auf dem mit dem Schwert. Allah gebot dem Heiligen ProphetenSAW, mit dem Qur’an einen großen Dschihad zu führen:

„So gehorche nicht den Ungläubigen, sondern eifere mit ihm (dem Qur’an) wider sie in großem Eifer.“ (al-Furqān 25:53)

Der wahre Dschihad ist der mit dem Qur’an – durch Argumente, himmlische Zeichen und Wunder. Unter göttlicher Anweisung – wie es in der Offenbarung an den Heiligen ProphetenSAW heißt: yaḍaʿu l-ḥarb („er wird dem Krieg ein Ende setzen“) – verkündete der Verheißene MessiasAS, dass der Dschihad nun mit der Feder geführt werde. Wer heute wegen seines Glaubens kämpft oder einen Kämpfenden unterstützt, handelt gegen den Willen Gottes und Seines GesandtenSAW.

Er sagte:

„Die Angriffe gegen den Islam erfolgen mit der Feder, daher ist es notwendig, sie ebenfalls mit der Feder zu beantworten. Im Heiligen Qur’an heißt es, dass man sich genauso vorbereiten soll wie der Gegner. Die Gegner vereinigen keine Armeen, sondern veröffentlichen Bücher und Zeitschriften. Auch wir müssen daher zur Feder greifen und diese Angriffe durch unsere Schriften abwehren. Es ist nutzlos, wenn tausende Menschen ihr Leben opfern, während die Schriften gegen den Islam weiter bestehen. Entscheidend ist, dass diese Schriften beantwortet werden. Wir müssen das Gewand des Heiligen ProphetenSAW von diesen Anschuldigungen reinigen. Den Angriffen der Gegner kann nicht ohne die Feder begegnet werden.“ [Malfūẓāt, Bd. 8, S. 21–22]

Weiter sagte er:

„Der Verheißene Messias wurde gesandt, um den Gedanken an Gewalt im Namen der Religion auszumerzen. Er soll durch überzeugende Argumente zeigen, dass der Islam keine Gewalt zu seiner Verbreitung benötigt. Seine Lehren, seine Wahrheiten, göttliche Zeichen und Beweise reichen dafür aus. Wer behauptet, der Islam sei mit dem Schwert verbreitet worden, lügt. Der Islam wirkt spirituell – nicht durch Zwang. Wer daran zweifelt, soll bei mir wohnen und sehen, dass der Islam sich durch Argumente und Wunderzeichen behauptet.“ [Malfūẓāt, Bd. 3, S. 176, 1984, London]

Heute vertreten viele islamische Gelehrte dieselbe Ansicht, die der Verheißene MessiasAS vor 127 Jahren unter göttlicher Eingebung äußerte – obwohl er dafür große Ablehnung erfuhr.

Nun, da auf Gelehrte weltweit großer Druck lastet, beginnen sie, diese wahre Lehre zu akzeptieren – die Lehre, die der Verheißene MessiasAS der Welt präsentierte. Doch ihre Worte stimmen oft nicht mit ihren Taten überein; viele sagen dies nur aus Angst vor dem Westen.

Mufti Sheikh Abdul Aziz sagte etwa:

„Diejenigen, die den Islam falsch auslegen, müssen wir ignorieren.“ Weiter erklärte er: „Fundamentalisten glauben, sie kämpften im Namen Gottes – das tun sie aber nicht. Sie nutzen den Ruf des Dschihad, um junge Menschen zu beeinflussen. Das ist kein Dschihad. Wer den Islam für eigene Zwecke missbraucht, dient der Religion nicht.“ [Nawā-e-Waqt, 24. August 2003, S. 3]

König Abdullah von Saudi-Arabien sagte:

„Der Islam ist eine Religion der Mäßigung und Rücksichtnahme. Hass zu schüren und Zwietracht zu verbreiten, gehört nicht zum Islam.“ Der Prinz fügte hinzu: „Wenn in islamischen Ländern Menschen leben, die sich zum Islam bekennen, sollten wir das akzeptieren. Wir können nicht in ihre Herzen blicken und erkennen, was für Muslime sie sind.“ [Nawā-e-Waqt, 20. Oktober 2003, S. 15]