„Was ist denn euch widerfahren, dass ihr in zwei Parteien gespalten seid gegenüber den Heuchlern? Und Allah hat sie verstoßen um dessentwillen, was sie begangen. Wolltet ihr einem den Weg weisen, den Allah ins Verderben hat gehen lassen? Und wen Allah ins Verderben gehen lässt, für den findest du keinen Weg. Sie wünschen, dass ihr ungläubig werdet, wie sie ungläubig sind, so dass ihr alle gleich seiet. Nehmet euch daher keinen von ihnen zum Freund, ehe sie nicht auswandern auf Allahs Weg. Und wenn sie sich abkehren, dann ergreifet sie und tötet sie, wo immer ihr sie auffindet; und nehmet euch keinen von ihnen zum Freunde oder zum Helfer; außer denen, die Verbindung haben mit einem Volke, mit dem ihr ein Bündnis habt, und die zu euch kommen, weil ihre Herzen davor zurückschrecken, wider euch oder wider ihr eigenes Volk zu kämpfen. Und wenn Allah es wollte, Er hätte ihnen Macht über euch geben können, dann hätten sie sicherlich wider euch gekämpft. Darum, wenn sie sich von euch fernhalten und nicht wider euch kämpfen, sondern euch Frieden bieten: dann hat Allah euch keinen Weg gegen sie erlaubt. Ihr werdet noch andere finden, die wünschen, in Frieden mit euch und in Frieden mit ihrem eigenen Volk zu sein. Sooft sie wieder zur Feindseligkeit verleitet werden, stürzen sie kopfüber hinein. Wenn sie sich also nicht von euch fernhalten noch euch Frieden bieten noch ihre Hände zügeln, dann ergreifet sie und tötet sie, wo immer ihr sie auffindet. Denn gegen diese haben Wir euch volle Gewalt gegeben.“ (4: 89-92) Erläuterung: Oft wird der Ausdruck: „ergreift sie und tötet sie…“ im Vers 90 kritisiert. Es wird vorgehalten, dass hier zum Töten aller Gegner aufgerufen werde. Solche Kritiker aber ignorieren den Kontext dieses Verses. Der Kontext macht klar, dass hier keine Lehre vertreten wird, die angreifbar wäre. Eine zusammenhängende Lektüre dieser Verse wird deutlich machen, dass es hier um Heuchler ( ﻣﻨﺎﻓﻘﯿﻦ ) gesprochen wird. Es wird gesagt, sie wünschen, dass die Muslime ihren Glauben aufgeben, so wie sie es getan haben. An dieser Stelle weist Allah die Gläubigen darauf hin, dass sie solche Heuchler nicht zu ihrem Helfer machen dürfen, sie sind nicht auf der Seite der Muslime. Dies könnte die Gemeinschaft insgesamt schaden. Dann heißt es, bis sie auf Allahs Weg auswandern. Das heißt, sie sollten so lange nicht zu Helfern genommen werden, solange sie nicht ihre subversiven Aktivitäten aufgeben und aus tiefem Herzen zu ihren Freunden werden. Dann wird gesagt: wenn sie sich klar abwenden. Das heißt, wenn sie also zu Rebellen werden und ganz offen die Feinde unterstützen und gegen die Muslime kämpfen, dann müssen diese genauso behandelt werden, wie andere Aggressoren. D.h.: „Tötet sie, wo ihr sie findet..“ Wenn man während der Kriegshandlungen auf sie trifft, dann darf dieser Personenkreis nicht verschont werden (nur
weil sie sich zuvor als äußerlich wohlwollend gezeigt hätten). Sie sind genauso zu behandeln wie andere angreifenden Feinde. Hier ist ganz eindeutig von Menschen die Rede, die rebellisch werden und zu Feinden überlaufen. Über sie gibt es aber gleich im ersten Vers die Einschränkung: Wenn sie zu einer Gruppe gehören, mit denen die Muslime einen Vertrag geschlossen haben, dann dürfen sie nicht angegriffen werden. Oder wenn sie beispielsweise in sich keine Bereitschaft finden, mit den Muslimen einen Krieg zu führen. Im Vers, der darauf folgt, ist zu lesen: Darum, wenn sie sich von euch fernhalten und nicht wider euch kämpfen, sondern euch Frieden bieten: dann hat Allah euch keinen Weg gegen sie erlaubt. (4:91) Erläuterung: In Bezug auf diesen Personenkreis (Heuchler) wird den Muslimen gesagt: Wenn sie sich von ihnen fernhalten, keinen Krieg führen und ihnen Frieden anbieten, dann haben die Muslime von Gott keine Erlaubnis, gegen sie vorzugehen. Aus dem oben angeführten Teil des Verses wird ersichtlich, dass es hier nicht um jeden Preis gelehrt wird, gegen die Heuchler zu kämpfen. Dies ist nur dann erlaubt, wenn diese an aggressiven Kriege gegen die Muslime teilnehmen. Wenn sie auf Aggression verzichten, dann darf nicht gegen sie vorgegangen werden. (Vers 12. u. 13. MTA-Sendung zur Quran-Übersetzung, vom 18.5.1995 mit Hadhrat Mirza Tahir Ahmad, Khalifatul Massih IV.)