Die Zeit vor der Kreuzigung

Vor der Kreuzigung machte Jesus u.a. zwei große Prophezeiungen: Die erste betrifft das Wunder von Jona. Die zweite Prophezeiung besagt, dass Jesus seine Jünger verlassen und zu den verlorenen Schafen des Hauses Israel auswandern würde.

Bezüglich des Wunders von Jona ist bekannt, dass dieser drei Tage lang im Inneren eines Wals überlebte. Jesus prophezeite dies auch im Hinblick darauf, dass eines Tages er selbst in einer solch ausweglosen Situation überleben würde. Er nahm damit jenen Kritikern, die Wunder von ihm forderten, das Wunder vorweg. Er gab ihnen sozusagen einen Vorgeschmack auf das große Wunder, das durch seine eigene Rettung noch kommen sollte. Dies ist ein entscheidender Parallelfall.

Wie oben erwähnt, sollte Jesus entsprechend seiner eigenen Prophezeiung seine Jünger verlassend zu den verlorenen Schafen des Hauses Israel wandern. Was die zweite Prophezeiung angeht, stellt sich die Frage, wer mit den verlorenen Schafen Israels gemeint war und wo sich diese aufhielten? Hierbei handelt es sich um jene Stämme des Hauses Israel, die zu einem früheren Zeitpunkt nach Osten ins heutige Afghanistan und die Kaschmir-Region, nicht aber in den Himmel ausgewandert waren. Es gibt Hinweise, dass diese in diesen Gebieten vorzufindenden Völker zweifellos Jüdischer bzw. israelitischer Abstammung sind, da ihre Bräuche und Lebensgewohnheiten, nicht zuletzt aber auch ihre Gesichtsmerkmale sich erheblich gleichen mit den ursprünglichen jüdischen Stämmen. Wenn wir also daran glauben, dass Jesus am Kreuz starb und anschließend in den Himmel fuhr, müssen wir somit die Tatsache annehmen, dass die Prophezeiung Christi nicht in Erfüllung gegangen ist.

Betrachtet man nun den von der Mehrheit der Christen angenommenen Zweck der Kreuzigung Jesu, die Sünden der Menschheit zu sühnen, so hätte er nicht voller Inbrunst im Garten Getsemani gebetet, dass, dieser Kelch (des Kreuzestodes) von ihm gehen möge. Jesus glaubte fest daran, dass Gott seine Gebete erhörte. Er muss geglaubt haben, dass auch dieses Gebet erhört werden würde, wie er selbst sagte:

„Wenn ihr Glauben habt und nicht zweifelt, … wenn ihr zu diesem Berg sagt, Heb’ dich empor und stürz dich ins Meer’ wird es geschehen. Und alles, was ihr im Gebet erbittet, werdet ihr erhalten, wenn ihr glaubt.“ (Matthäus 21:22)

Als Jesus aber am Kreuz hing und den Plan Gottes nicht verstand und der Ansicht war, dass alle Wege seiner Errettung nun ausgeschlossen seien, rief er lautstark: „Mein Gott, mein Gott, warum hast du mich verlassen?“. Stattdessen hätte er sich doch freuen müssen, dass er nun endlich seine Mission vollenden wird durch seinen Tod als Sühneopfer.

Wäre es der Sinn seines Kommens gewesen, die Sünden der Menschheit durch seinen Kreuzestod zu sühnen, weshalb dann dieses inbrünstige Gebet, von einem solchen Tod verschont zu werden? Wie konnte dieses Gebet Jesu nicht von Gott erhört werden, wo doch in der Bibel geschrieben steht:

„Sein Schweiß tropfte wie Blut zur Erde“? (Lukas 22:44)

Eine deutliche Antwort auf diese Frage gibt uns der Brief an die Hebräer (5:7). Dort wird ausdrücklich gesagt, dass die Gebete Jesu erhört wurden:

„Als er auf Erden lebte, hat er Gebet und Bittrufe mit lautem Schreien und mit Tränen vor Den getragen, Der ihn aus dem Tode retten konnte, und ist um Seiner Ehrfurcht wegen erhört worden.“

Hinzu kommt, dass Jesus selbst über die Annahme seiner Gebete folgendes gesagt hat:

»Vater, ich danke dir, dass du mich erhört hast. Ich wusste, dass du mich immer erhörst. « (Johannes 11:41-42)

Dieses Gebet im Garten Getsemani verneint vollständig den angeblichen Zweck seiner Sendung.