„Der Lohn derer, die Krieg führen gegen Allah und Seinen Gesandten und Unordnung im Lande zu erregen trachten, wäre der, dass sie getötet oder gekreuzigt werden sollten oder dass ihnen Hände und Füße abgeschlagen werden sollten für den Ungehorsam oder dass sie aus dem Lande vertrieben würden. Das würde eine Schmach für sie sein in dieser Welt; und im Jenseits wird ihnen schwere Strafe.“ (5:34) Erläuterung: Gegen diesen Vers wird eingewendet, dass den Muslimen gelehrt wurde, gegen ihre Feinde schwerwiegende Maßnahmen einzuleiten und ihnen drakonische Strafen aufzuerlegen. Zunächst muss klargestellt werden, dass hier nur jene gemeint sind, die in der Gesellschaft für Unfrieden und Anarchie sorgen, indem sie gegen die Gesetze verstoßen.
Was die hier erwähnten Strafen betrifft, so muss überlegt werden: Will es der Quran, dass den Gegnern solche harten Strafen auferlegt werden? Hat der Prophet (saw) gegen jemand solche Strafen verhängt? Wenn ja gegen wen? Nur gegen jene, die sich solch bestialische Untaten haben zuschulden kommen lassen. Gegen keinen anderen. Es gab Heuchler in Medina, aber kein einziger ist mit einer solchen Strafe belegt worden. Kein einziger ist gekreuzigt worden. Vielmehr ist hier von Menschen die Rede, die im Lande Unfrieden stiften und je schwerwiegender der Landfriedensbruch ist, den ein Mensch verursacht, desto härter soll er bestraft werden. Im Vers davor ist gesagt worden: „Wenn jemand einen Menschen tötet – es sei denn für (Mord) an einem andern oder für Gewalttat im Land –, so soll es sein, als hätte er die ganze Menschheit getötet.“ Wenn Unfrieden verursacht wird, dann darf eine angemessene Strafe verhängt werden. Aber nicht härter als das Verbrechen des Täters. Dies ist die Grundregel, um diesen Vers zu verstehen. Dann sagt Allah im Quran: „… außer jenen, die bereuen, noch ehe ihr sie in eurer Gewalt habt. So wisset, dass Allah allvergebend, barmherzig ist.“ (5:35) D. h.: Gott sagt, wer solche Taten begeht – sei es Mord oder andere Grausamkeiten – wenn die Täter sich aber vor ihrer Festnahme bereits gebessert haben und nicht mehr diese Taten begehen (also keine Gefahr mehr für die Gesellschaft darstellen), dann dürfen sie nicht bestraft werden. Dann muss man ihnen das Recht zu leben geben. Das ist ein wichtiger Teilaspekt des Ganzen, wenn man diesen ignoriert, so kann man die Interpretation des vorherigen Verses entstellen, und dies wird auch von manchen getan. Zum Schluss heißt es, dass derjenige Gott diese Lehre verkündet, der äußerst Vergebend und Barmherzig ist. Diese Strafen haben das Wohl aller Bürger und ihren Schutz vor Gefahren zum Ziel. (Quran-Übersetzungssendung auf MTA mit Hadhrat Khalifatul Massih IV. vom 05.07.1995)